Vergrabenes Auto entdeckt Flossenbürg: Polizei sucht weiter nach Monika Frischholz

Einsatzkräfte der Polizei heben mit einem Kran ein Auto aus einem möglichen Ablageort einer Mädchenleiche. Foto: Armin Weigel/dpa

42 Jahre nach dem Verschwinden der damals 12 Jahre alten Monika Frischholz, hat die Polizei am Montag mit Grabungen nach ihrem Leichnam begonnen.

 

Flossenbürg - Als Monika Frischholz verschwand, war sie noch ein Kind, gerade mal zwölf Jahre alt. Heuer wäre sie 55 geworden. Doch seit dem 25. Mai 1976 fehlt von ihr jede Spur. Die Ermittler gehen von Mord aus. Offenbar gab es jetzt erstmals einen Durchbruch in dem mysteriösen Fall. Montagmorgen hat die Polizei Grabungsarbeiten an einem Waldstück bei Waldkirch gestartet, südlich von Flossenbürg (Landkreis Neustadt an der Waldnaab). Die Suche wird auch am Dienstag fortgesetzt.

Nach einer Vielzahl von Hinweisen aus der Bevölkerung hätten die Ermittler der Weidener Kriminalpolizei einen potenziellen Ablageort der Leiche herausarbeiten können. "Wir wissen noch nicht, ob wir sie letztlich hier finden. Egal jedoch, wie diese erste Untersuchung verlaufen wird: Wir werden nicht aufgeben!", sagte Kriminalhauptkommissar Armin Bock zu Beginn der Grabungen am Waldrand.

Grabungsstelle fünf Kilometer von ihrem Haus entfernt

Seit Dezember 2018 ermittelt die Polizei wieder offiziell in dem Fall. Seither waren Dutzende Hinweise eingegangen und knapp 50 Personen nochmals oder auch erstmals verhört worden. Aufgrund der neuen Erkenntnisse konzentrierten sich die Ermittler bei den Grabungen auf eine Fläche von etwa 25 Quadratmetern – nur rund fünf Kilometer vom ehemaligen Wohnhaus der Schülerin entfernt.

Doch um überhaupt anfangen zu können, mussten zunächst 20 Meter hohe Nadelbäume gefällt werden. Diese zählen zu den schnell wachsenden Bäumen – gut möglich, dass sie nach Monikas Verschwinden gepflanzt worden sind.

Während Leichenspürhunde unter strahlend blauem Himmel auf die sterblichen Überreste des Mädchens angesetzt wurden, trugen Beamte nach und nach den Boden ab. "Der bestand vor allem aus großen Steinen, aber auch Erde und viel Müll war dabei", sagte Polizeisprecher Florian Beck Montagnachmittag der AZ.

Die Arbeit sei ein sehr filigranes Verfahren. Dann, gegen halb zwei, der entscheidende Moment: Es hatte gerade zu regnen begonnen, die Beamten standen bis zur Hüfte in der Grube – da stießen sie auf Metall. Schnell war klar: Es sich um ein Auto handelt.

Polizei vermutete das Auto an der Grabungsstelle

Für die Polizisten keine große Überraschung: "Aufgrund unserer Erkenntnisse sind wir davon ausgegangen, dass wir ein Auto finden, wenn wir hier graben", so Beck. Woher sie das wussten, dazu wollte sich der Beamte am Montag mit Blick auf das laufende Verfahren nicht äußern. Eine Festnahme habe es im Vorfeld jedenfalls nicht gegeben.

Auch, ob Knochen des vermissten Mädchens in dem Auto waren, wollten die Beamten am Montag Abend noch nicht preisgeben. Sie hätten jedoch "Feststellungen" gemacht in der Grube, "die möglicherweise in Zusammenhang mit dem Fall stehen könnten", so die Auskunft im Polizei-Sprech.

Monika ging nachmittags mit ihren Freundinnen spazieren - danach verliert sich ihre Spur

Klar ist: Die Beamten vermuteten an dem Waldstück "einen möglichen Ablageort der Leiche". Und sie rechneten damit, das Auto zu finden, bei dem es sich sehr wahrscheinlich um einen alten, petrolfarbenen VW Käfer handelt. "Seinem Zustand nach ist er seit mehreren Jahrzehnten dort vergraben", sagte Beck.

Fast 43 Jahre ist es nun her, dass die zwölf Jahre alte Monika Frischholz verschwunden ist. Sie war damals nach den Hausaufgaben nachmittags mit Freundinnen spazieren. Danach verabschiedete sie sich von ihnen und ging weiter. Angeblich soll sie noch mit einem Buben verabredet gewesen. Dann verlor sich ihre Spur. Die Polizei ging all die Jahre über von Mord aus – und ließ nicht locker.

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