Vergewaltigung erfunden Sorgerechtsstreit: Münchnerin täuscht schwere Straftaten vor

Die 27-Jährige behauptete, ihr Ex-Mann habe sie angegriffen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Eine Münchnerin täuscht Straftaten ihres Ex-Mannes vor, um sich das Sorgerecht ihrer drei gemeinsamen Kinder zu sichern. Jetzt ermittelt das Kriminalikommissariat gegen die Mutter. 

 

München - Um sich einen Vorteil im Sorgerechtsstreit der drei gemeinsamen Kinder zu verschaffen und ihren Ex-Mann zu diskreditieren, hat eine 27-jährige Münchnerin mehrere Straftaten erfunden. Das fand jetzt das Kriminalkommissariat raus.

Sexualdelikt wurde vorgetäuscht

Die 27-Jährige behauptete, sie sei im November 2017 bei einem Spaziergang am Innsbrucker Ring von einem Mann überfallen worden. Der Täter habe in einem Gebüsch gelauert und versucht, sie zu missbrauchen. Sie habe den Täter in die Flucht schlagen können, erzählte sie Polizisten bei der Vernehmung.

Am Tatort fand die Kripo sogar eine Spur vom Angreifer, einen Zigarettenstummel. Er wurde ins Labor geschickt für eine Analyse. Am Ende stellte sich heraus, die sichergestellte Kippe trug die DNA des Ex-Mannes.

Im Oktober 2018 flog der Schwindel schließlich auf, die vermeintliche Sexualstraftat war erfunden. Doch die Kripo kam noch einer ganzen Reihe von merkwürdigen Vorfällen auf die Spur.

Spuren aus dem Hausmüll

So wurden zwei Einbrüche in Wohnungen aus dem Bekanntenkreis der 27-Jährigen angezeigt. Auch hier deuteten sichergestellte Spuren zunächst auf den Ex-Mann als Täter hin. Doch dann erzählte eine Freundin, dass die 27-Jährige und ihr neuer Freund bereits früher Straftaten fingiert hatte. Das Lügengebäude fiel auseinander.

Es stellte sich heraus, dass die an verschiedenen Tatorten gefunden Spuren aus dem Hausmüll des Ex-Mannes stammten. „Sie waren von der 27-Jährigen und ihrem Lebenspartner dort extra deponiert worden“, sagt Polizeisprecher Werner Kraus.

Ein 41-Jähriger sollte Ex-Mann überfallen und Drogen injizieren

Doch dabei blieb es nicht. Die Münchnerin bezahlte außerdem Bekannte dafür, den 32-jährigen Handwerker zu provozieren - in der Hoffnung, dass er darauf einging und handgreiflich wird. Als das nicht funktionierte, wurde ein 41-Jähriger dazu angestiftet, den 32-Jährigen bewusstlos zu schlagen und eine vorbereitete Spritze Kokain zu injizieren. Zu der Tat kam es nicht, da die Polizei den Mitarbeiter einer Münchner Sicherheitsfirma bereits zuvor festnahm. 

Ziel war es offensichtlich, den Ruf des Handwerkers zu ruinieren. Vor dem Familiengericht hätte der Münchner damit im Streit ums Sorgerecht ganz schlecht ausgesehen.

Vater behält Sorgerecht

Gegen die Ex-Frau und ihren Lebenspartner wird wegen Vortäuschen einer Straftat in mehreren Fällen sowie wegen mehrerer selbst begangener Straftaten ermittelt. Gegen den 48-jährigen Lebenspartner ist inzwischen Haftbefehl ergangen, der aber gegen Auflagen derzeit außer Vollzug gesetzt ist.

Der dreifache Familienvater ist dagegen von allen Vorwürfen inzwischen entlastet. Das Sorgerecht für seine Kinder dürfte er deshalb behalten.

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