Verfahren gegen Anhänger von Preußen Münster Sprengstoff im Stadion: Mittäter war 15!

Ordner versuchen am 10. September 2011, aufgebrachte Fans des VfL Osnabrück zu beruhigen. Foto: dpa

Sprengsatz auf Tribüne geworfen - ein damals 15-Jähriger soll den Riesen-Böller vor dem Spiel Osnabrück - Münster übergeben haben

 

MÜNSTER Es war kein Feuerwerkskörper, es war ein Sprengsatz, den ein Fan des Fußball-Drittligisten Preußen Münster am 10.  September 2011 auf die Westribüne des Osnabrücker Stadions schleuderte. Dort spielten die Preußen gegen den VfL Osnabrück - seit Jahrzehnten ein emotionsgeladenes Derby. 33 Menschen, nach anderen Angaben sogar 39, wurden dadurch zum Teil schwer verletzt. Der Haupttäter wurde vor einem Jahr zu fünf Jahren Haft verurteilt - jetzt steht ein Mittäter vor Gericht. Er war zum Tatzeitpunkt erst 15 Jahre alt.

Der Prozess beginnt am 28. Februar, acht Verhandlungstage sind angesetzt. Das Verfahren findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, denn für den Angeklagten gilt das Jugendstrafrecht. Er ist nun 17 Jahre alt. Ihm wird vorgeworfen, sich übers Internet illegale Sprengstoffböller besorgt zu haben. Diesen illegalen Mega-Böller soll er vor dem Osnabrücker Stadion dem bereits verurteilten Juri C. (25) übergeben haben. Der Italiener war zum damaligen Zeitpunkt Mitglied der mittlerweile aufgelösten Ultra-Gruppierung Curva Monasteria.

Der Sprengsatz landete auf dem Dach des alten Spielertunnels in der Westtribüne. Als er herabfiel und detonierte, erlitten viele Zuschauer Verletzungen - unter den Opfern waren fünf Kinder. Sie erlitten Brandverletzungen, Knalltraumata, Schocks, einige leiden heute noch an einem Tinnitus. Vor einem Jahr wirde Juri C. zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Im Laufe der Ermittlungen wurde klar, dass es sich nicht um einen spontanen Böller-Wurf gehandelt, sondern um eine zielgerichtete Aktion der Preußen-Fans gegen den rivalisierenden Verein aus Osnabrück gehandelt hatte. Der Verurteilte brachte die Fahnder auf die Spur des nun 17-Jährigen. Ihm wird Beihilfe zum Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und unerlaubter Besitz von Feuerwerkskörpern vorgeworfen. Dafür könnten ihm mindestens zwei Jahre Haft drohen.

 

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