Verdächtiger gefasst Paketbote will Frau in ihrer Wohnung vergewaltigen

Hüseyin Ince ist Redakteur im Lokalressort der Abendzeitung.
, aktualisiert am 28.11.2019 - 20:01 Uhr
Nach der Vergewaltigung vom Montag ermittelt die Polizei gegen einen Paketzusteller. (Symbolbild) Foto: imago images / Eibner /AZ-Montage

In Moosach versucht ein Paketmann, eine junge Frau zum Sex zu zwingen. Als sie laut schreit, lässt der Bote von ihr ab und flüchtet.

 

Moosach - Als die 20-jährige Moosacherin die Klingel hört, betätigt sie schnell den Öffner der Eingangstüre im Mehrparteienhaus. Es ist Montagnachmittag. "Das muss der Paketbote sein", dachte sie sich wahrscheinlich. Denn die Pakete hat sie erwartet.

Paketbote betritt die Wohnung und fasst Frau in die Intimzone

Als die Auszubildende die Haustüre öffnet, sind ihre Eltern, mit denen sie hier eigentlich zusammen wohnt, gerade nicht zuhause. Der Paketbote, ein 30-Jähriger, merkt offenbar auch, dass die Frau alleine daheim ist. Er übergibt ihr die zwei bestellten Pakete. So weit so gut. Als die junge Frau die Ware empfängt, betritt der Bote gewaltsam die Wohnung.

Der Mann versucht, die Frau gegen ihren Willen zu umarmen und in Richtung Schlafzimmer zu drängen. Die Pakete fliegen auf den Boden. Die Frau wehrt sich. Als das nicht funktioniert, drückt er sie zu Boden. Er fasst ihr unter die Bluse und auch in die Intimzone. Offenbar versucht er, ihr die Kleidung wegzureißen und mit seinem Finger in die Frau einzudringen.

Die Wohnungstüre ist noch offen. Die junge Auszubildende wehrt sich weiterhin mit aller Kraft. Doch sie merkt, dass sie kaum eine Chance hat. Da beginnt sie so laut zu schreien, wie sie nur kann.

Über Dienstplan des Boten kann der Täter ermittelt werden

Das verschreckt offenbar den 30-jährigen Boten so sehr, dass er die Hände von der Frau nimmt und durch die offene Türe flieht. Er setzt sich in seinen Paketwagen und fährt weiter. Unklar ist, ob der Bote seine Tour einfach fortsetzt, als ob nichts gewesen wäre.

Die 20-Jährige schüttelt nach einigen Minuten den Schock ab und greift zum Hörer. Immer noch fassungslos darüber, was gerade geschehen war, wählt sie den Polizei-Notruf und bittet um Hilfe. Polizeibeamte machen sich auf den Weg nach Moosach.

Die herbeigeeilte Polizei findet die verängstigte Frau vor, die aber noch vernommen werden kann. Sie beschreibt den Täter, woraufhin die Kriminalpolizei ermittelt. Der Fahndungserfolg kommt schnell. Über den Dienstplan des Boten kann herausgefunden werden, wer der Verdächtige ist.

Untersuchungshaft: Penetration mit Finger gilt als Vergewaltigung

Schon am Dienstag erlässt der zuständige Ermittlungsrichter einen Haftbefehl gegen den 30-Jährigen. Polizeibeamte überraschen den Boten vor Mitternacht zu Hause und nehmen ihn fest. Seither sitzt der Verdächtige in Untersuchungshaft.

Der Mann soll bald angeklagt werden. Entscheidend ist dabei laut Polizei, dass er die Frau mit seinem Finger penetrieren wollte. Seit einer Reform des Strafrechts gilt auch das als Vergewaltigung.

Nach AZ-Informationen war der Paketbote im Auftrag der DHL unterwegs, wahrscheinlich für ein Subunternehmen. Die DHL antwortete auf einer Anfrage, dass der Bote nicht direkt bei ihnen angestellt sei.

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