Verdächtige in Paris verhaftet Vor Tankstelle in München niedergestochen: 17-Jähriger ist tot

, aktualisiert am 05.05.2019 - 16:52 Uhr
In dieser Tankstelle in der Altstadt kam es zum Streit. Foto: Daniel von Loeper

Der 17-jährige Schüler aus München, der an Karfreitag vor einer Tankstelle in der Altstadt niedergestochen und schwer verletzt wurde, ist am vergangenen Freitag im Krankenhaus gestorben. Der Täter, ein 21-Jähriger, wurde mittlerweile in Paris gefasst.

 

München/Paris - Weil ein Streit um ein kaputtes Handy eskalierte, musste ein junger Mann sterben. Der 17-jährige Bosnier, in München geboren, wurde am 19. April vor der Agip-Tankstelle in der Herzog-Wilhelm-Straße niedergestochen. Wie die Münchner Polizei am Sonntag bekannt gab, starb er am vergangenen Freitag an den Folgen eines Messerstichs in die Halsschlagader.

Der mutmaßliche Messerstecher, der nach dem Messerangriff mit einem Freund flüchtete, konnte mittlerweile gefasst werden. Laut Polizei hatten umfangreiche Ermittlungen der Mordkommission zur Identifizierung des Geflüchteten geführt. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft München I wurde am 24. April ein Haftbefehl durch den zuständigen Ermittlungsrichter erlassen. Weil die Ermittler nicht ausschließen konnten, dass sich der Gesuchte mittlerweile im Ausland befindet, wurde zudem ein Europäischer Haftbefehl erlassen und eine internationale Fahndung eingeleitet.

Nach Messerangriff: Verdächtige in Paris festgenommen

Der Gesuchte, ein 21-jähriger Afghane aus dem Landkreis Starnberg, befand sich tatsächlich im Ausland – französische Behörden konnten ihn am vergangenen Donnerstag (2. Mai) im Großraum Paris finden und verhaften. Deswegen ermittelt die Polizei nun nicht mehr wegen eines versuchten, sondern wegen eines vollendeten Tötungsdelikts.

Durch intensive Ermittlungen konnte auch der Begleiter des 21-Jährigen, ein 20-jähriger Afghane aus dem Landkreis München, identifiziert werden. Er warf damals eine Dose auf den 17-Jährigen und schlug im Anschluss auf ihn ein. In diesem Fall wurde ein Haftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung erlassen. Die französischen Behörden konnten ihn am vergangenen Freitag (3. Mai) ebenfalls im Großraum Paris ausfindig machen und verhaften.

Beide jungen Männer warten nun auf ihre Auslieferung nach Deutschland. Beide waren 2016 nach Deutschland gekommen und hatten Asyl beantragt. In der Zwischenzeit fielen sie durch Körperverletzungs-, Diebstahl- und Drogendelikte auf.

Streit um Selfie: Was war passiert?

Wie berichtet, eskalierte ein Streit um Selfies und ein kaputtes Handy: Der 17-Jährige war am Karfreitag mit vier Freunden in der Agip-Tankstelle in der Herzog-Wilhelm-Straße, um dort Leergut abzugeben. Die Gruppe machte Selfies. Der 21- und 20-Jährige waren mit ihren Freundinnen ebenfalls in der Tankstelle und wollten von den Jugendlichen nicht gefilmt oder fotografiert werden. Es kam zum Streit – das Handy des 17-Jährigen fiel auf den Boden und ging kaputt.

Als das spätere Opfer bemerkte, dass das Display kaputt war, ging er den beiden jungen Männern und ihren Begleiterinnen hinterher, um zu klären, wer für den Schaden aufkommen würde. Dann eskalierte die Situation komplett – der 21-Jährige stach auf den Schüler ein und verletzte ihn schwer am Oberkörper. Er brach stark blutend zusammen, verlor das Bewusstsein und kam in ein Krankenhaus.


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