"Väterchen Frost" in der TV-Kritik Diesen Münster-"Tatort" müssen Sie sich mit viel Glühwein schön trinken

Kommissar Frank Thiel und Prof. Karl-Friedrich Boerne genießen mit Staatsanwältin Klemm ein kleines bisschen Festtagsstimmung. Foto: WDR / Martin Valentin Menke

Der Fall "Väterchen Frost" aus Münster zwei Tage vor Heiligabend ist leider weder lustig noch spannend – da braucht es viel Glühwein zum Ertragen.

 

Hust, Röchel, Ächz, Schnupf: Mit diesen Worten lässt sich der neueste Fall aus Münster am besten beschreiben. Wegen einer Erkältungswelle muss ein Mordprozess vertagt werden, mit seltsamen Folgen. Und das, obwohl doch alle in den Weihnachtsurlaub fahren wollten.

Wirrer Fall im Münster-Tatort

Eigentlich ist die Indizienlage in dem Mordfall eindeutig – doch dann meldet sich ein mysteriöser Anrufer bei Hauptkommissar Frank Thiel (Axel Prahl). Und Kollegin Nadeshda Krusenstern (Friederike Kempter) wird von einem ominösen Weihnachtsmann vor dem Wohnhaus der beiden entführt. Thiel und Rechtsmediziner Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) rollen den Fall noch einmal heimlich auf, während Nadeshda sich ihrem Entführer ("eigentlich ein feiner Kerl") immer mehr nähert – ihrer geerbten russischen Ohrringe sei Dank.

Das klingt seltsam und verwirrend? Wie schön, dass dann noch ein Klischee-Motorradrocker und südafrikanischer ehemaliger Geheimdienstler, der für einen Holländer gehalten wird, eine Rolle spielen und den Fall vollends überzeichnen (Buch: Jan Hinter und Stephan Cantz, Regie: Torsten Fischer).

Ermittlungen bei Glühwein und Weihnachtsmusik

Leider ist in diesem Tatort weder die einstige Münster-Komik vorhanden, noch werden der eigentliche Kriminalfall oder die Liebesgeschichte zwischen Bösewicht und Polizistin glaubwürdig erzählt. Und so wird hier mit Fusel-Glühwein und unvermeidlicher Weihnachtsdudelei (Musik: Fabian Römer) im schnittigen Porsche, beim Juwelier und auf Friedhöfen ermittelt.

Für Boerne und Thiel mag der Arbeitseinsatz vor Heiligabend eine willkommene Ablenkung sein. Man hätte sich als Zuschauer dennoch gewünscht, die beiden Münsteraner Ermittler wären in den verdienten Weihnachtsurlaub entlassen worden.

 

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