USA Tempel-Schütze hatte wohl Kontakt zur rechten Szene

Blutbad in einem Sikh-Tempel in den USA: Nach Medienberichten gibt es Hinweise darauf, dass der als Täter identifizierte Wade Page Verbindungen zur rechten Szene hatte.

 

Washington - Nach dem Blutbad in einem Sikh-Tempel in den USA verstärken sich die Spekulationen über rassistische Motive des 40-jährigen Todesschützen. Nach Medienberichten gibt es Hinweise darauf, dass der als Täter identifizierte Wade Page Verbindungen zur rechten Szene hatte.

Der Sender CNN veröffentlichte am Montagabend ein Facebook-Foto, das den Schützen vor einem Hakenkreuz-Banner zeigt.

Die Polizei bestätigte zunächst lediglich, dass Page früher Soldat war und dann 1998 - offenbar nach einer Reihe von Verstößen - entlassen wurde. Er hatte am Sonntag in dem Tempel in Oak Creek (Bundesstaat Wisconsin) sechs Menschen getötet, bevor ihn dann ein Polizist erschoss.

US-Präsident Barack Obama rief die Amerikaner dazu auf, in sich zu gehen und nach Möglichkeiten zur Gewalteindämmung im Land zu suchen. Er selbst wolle Vertreter der Strafverfolgungsbehörden, Gemeinde- und religiöse Führer sowie Politiker auf allen Ebenen zusammenbringen, "um zu sehen, wie wir weitere Fortschritte machen können", sagte Obama am Montag im Weißen Haus. "Schreckliche, tragische Vorfälle" wie jetzt im US-Staat Wisconsin ereigneten sich zu häufig, um nicht nach zusätzlichen Wegen zur Verringerung von Gewalt zu suchen.

Nach Medienberichten war Page Mitglied einer Neonazi-Punk-Band. Die "New York Times" zitierte zudem Vertreter der Bürgerrechtsorganisation Southern Poverty Law Center mit den Worten, man habe Page schon seit rund zehn Jahren wegen Verbindungen zur rassistischen Szene im Auge gehabt.

Die Behörden gehen aber davon aus, dass der Schütze allein handelte, wie der örtliche Polizeichef John Edwards sagte. Die Polizei hatte am Montag nach einem Mann gesucht, der sich nach dem Massaker in der Nähe des Tempels aufgehalten und anscheinend Videoaufnahmen von Sikh-Angehörigen gemacht hatte. Laut Medienberichten wurde der Mann aber mittlerweile gefunden und keine Verbindung irgendeiner Art zu der Bluttat festgestellt worden.

Spekulationen gehen hauptsächlich dahin, dass Page möglicherweise die Terroranschläge vom 11. September 2011 rächen wollte und die Sikhs fälschlicherweise für Muslime hielt. Drei bei der Attacke Verletzte befanden sich nach Angaben von Edwards auch am Montag in "kritischem Zustand". Zu ihnen zählt ein Polizist, auf den der Schütze aus nächster Nähe acht bis neun Mal gefeuert hatte.

Unterdessen ist am Montag im US-Staat Missouri eine Moschee möglicherweise durch einen Brandanschlag in Schutt und Asche gelegt worden, wie der Sender NBC berichtete. Demnach hatte bereits am 4. Juli ein Unbekannter an dem Gebäude ein Feuer gelegt, damals war aber nur geringer Schaden entstanden.

 

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