USA Romney nach Florida-Vorwahl auf Siegeskurs

Washington/Tampa - Bei den Vorwahlen der Republikaner in Florida hat Mitt Romney seinen Vorsprung wieder ausgebaut. Mit rund 46 Prozent der Stimmen hat der Ex-Gouverneur und Multimillionär seinen schärfsten Rivalen Newt Gingrich beim Rennen zur US-Präsidentschaft regelrecht deklassiert.

 

Der Ex-Parlamentssprecher kam lediglich auf 32 Prozent, will aber nicht aufgeben. Der Sieger aus den Vorwahlen fordert im Dezember US-Präsident Barack Obama bei der Präsidentenwahl heraus.

Bei der vorangegangenen Vorwahl in South Carolina hatte sich Favorit Romney noch gegen den Außenseiter Gingrich geschlagen geben müssen. Romney sprach deshalb nach der Wahl in Florida von einem "großen Sieg". "Ich stehe bereit, um die Partei und unsere Nation zu führen", rief er seinen jubelnden Anhängern am Dienstagabend (Ortszeit) in Tampa zu. An die Adresse des demokratischen Präsidenten Barack Obama fügte er hinzu: "Jetzt ist es Zeit für Sie, zur Seite zu treten."

Mit dem klaren Sieg in Florida gelang es Romney nach Ansicht von Experten zwar, eine entscheidende Hürde im Nominierungsrennen zu nehmen. Gingrich machte jedoch unmissverständlich klar, dass er nicht das Handtuch werfen wolle. "Wir werden an jedem Ort antreten", sagte Gingrich mit Blick auf die weiteren 46 bevorstehenden Vorwahlen bis zum Nominierungsparteitag der Republikaner Ende August.

Insgesamt sind beim Parteitag 1144 Delegiertenstimmen nötig. Erst dann wird endgültig entschieden, wer gegen Obama antritt. Romney gewann in Florida alle 50 Delegiertenstimmen. Bereits am Samstag steht eine weitere Vorwahl in Nevada bevor. Als entscheidendes Datum gilt aber der "Super Tuesday" am 6. März, an dem in zehn Bundesstaaten abgestimmt wird.

In Florida landete Ex-Senator Rick Santorum mit rund 13 Prozent der Stimmen abgeschlagen auf dem dritten Platz, berichteten mehrere US-Sender übereinstimmend. Der libertäre Kongressabgeordnete Ron Paul kam mit sieben Prozent auf den letzten Platz.

Der stark religiös ausgerichtete Santorum appellierte, die Republikaner sollten ihre "Schlammschlacht" beenden. Er spielte damit auf den zunehmend rauen Ton und die rhetorischen Tiefschläge im Republikanerrennen an. Santorum beklagte auch die Überlegenheit von Romney und Gingrich in Sachen Wahlkampfgelder. "Das ist eine Sache der Ressourcen", versuchte er sein schwaches Abschneiden zu erklären.

Auch Gingrich nahm die enormen Wahlkampfgelder Romneys ins Visier. "Die Macht des Volkes wird die Macht des Geldes besiegen." Die Präsidentenwahlen im November seien "die wichtigsten Wahlen Eures Lebens", rief er seinen jubelnden Anhängern zu. "Wenn Barack Obama wiedergewählt würde, wäre dies ein Desaster für die USA." Obama trage die Verantwortung für hohe Arbeitslosigkeit und dümpelnde Konjunktur.

Zwar war die Abstimmung in Florida bereits die vierte US-Vorwahl - aber nach Iowa, New Hampshire und South Carolina war es der erste Urnengang von entscheidender Bedeutung. Florida gilt auch wegen seines hohen Bevölkerungsanteils an Latinos als ein wichtiger Stimmungstest - Obama hatte seinen Wahlsieg 2008 auch dem starken Abschneiden unter Latinos zu verdanken. Romney konnte bei den Latinos sowie bei Frauen punkten.

"Lachender Dritter" des Republikanerrennens ist Obama. Er dürfte von den Tiefschlägen profitieren, die sich die Republikaner immer häufiger gegenseitig zufügen. Seit Wochen hat die Auseinandersetzung an Härte zugenommen. Gingrich etwa warf Romney immer wieder dessen frühere Tätigkeit als Unternehmerberater vor, bei der er Firmen stillgelegt, Jobs vernichtet und dabei selbst Millionen verdient habe.

Das Weiße Haus bereitet sich bereits seit Monaten auf Romney als wahrscheinlichsten Gegner bei der Präsidentenwahl am 6. November vor. Umfragen zufolge dürften sich Obama und Romney dann ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern.

 

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