Urteil Silber-Schwindel bringt Anleger um 2,6 Mio. Euro

Der Angeklagte Wolfgang K. vor dem Landgericht. 123 Anleger hat er mit Silber-Investments um 2,6 Millionen Euro betrogen. Foto: John Schneider

Wolfgang K. (72) wirtschaftete nur in die eigene Tasche und muss wegen Untreue und Betrug drei Jahre und fünf Monate in Haft. 

 

München - Der Lockruf des Silbers: Ihm sind 123 Anleger erlegen, die mit den steigenden Kursen für das Edelmetall Kasse machen wollten. Doch der Mann, der ihnen den großen Reibach versprach, entpuppte sich als Schwindler. Er steckte das Geld – insgesamt 2,6 Millionen Euro – in die eigene Tasche.

Wolfgang K. (72) musste sich gestern wegen Untreue in 123 Fällen und besonders schweren Betrugs in 17 Fällen vorm Landgericht München verantworten. Seit Dezember 2011 saß er deswegen in Untersuchungshaft. Doch bis gestern schwieg er eisern zu den Vorwürfen.

Das Betrugs-System: Der 72-Jährige hatte als Geschäftsführer eines Berliner Finanzdienstleisters mit Münchner Filiale (und diversen Briefkastenfirmen in New York, der Karibik und in der Schweiz) Silberkäufe vermittelt. Das Geld wurde für einige Jahre festgeschrieben, danach konnte man es mit großem Gewinn von Wolfgang K. wieder verkaufen lassen. Oder aber auf noch bessere Kurse warten. Denn in Zeiten der Finanzkrise war der Run auf Edelmetalle immens.

Im Jahre 2010 kam die erste Anzeige eines geprellten Anlegers, die Fassade begann zu bröckeln, immer mehr Geschädigte taten sich zusammen, wollten ihr Geld zurück. Sie hatten zwar Abrechnungen bekommen, aber nie einen Cent ihres Gewinns gesehen.

Der Münchner Anwalt Frank Rebsch vertritt 60 dieser Geschädigten und hat bereits in diversen Zivilklagen Titel im Wert von 600000 Euro erstritten. In keinem dieser Verfahren habe sich Wolfgang K. erklärt, berichtet Rebsch.

Dabei war der 72-Jährige bei Kundengesprächen früher durchaus beredt gewesen. Immer wieder überzeugte er seine Anleger, mit dem Silber-Verkauf noch zu warten oder erklärte weitläufig, warum Verkaufserlöse noch nicht überwiesen werden konnten. „Märchenstunden“ nennen das die Geschädigten inzwischen. Aber ihre Erkenntnis kommt zu spät. Das Geld scheint futsch.

Dabei habe sich Wolfgang K., der viele Jahre davor durchaus seriös gearbeitet hat, nicht einmal durch einen luxuriösen Lebensstil mit dicken Autos oder Champagnerparties hervorgetan. Rebsch: „Er hat sich wohl einfach verzockt.“ Zumindest räumte der Silber-Schwindler gestern doch noch einen Teil der Taten ein. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von drei jahren und fünf Monaten.

 

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