Urteil am Amtsgericht Paradiesvogel gab sich bei Kunstaktion als Polizist aus

Der Angeklagte im Gerichtsflur. Foto: jot

Einem 63-Jährigen wird Amtsanmaßung und Hausfriedensbruch vorgeworfen.

 

Florian Hinterholzer oder Patricia Mariposa (beides Künstlernamen) bezeichnet sein Geschlecht im AZ-Gespräch als divers. Sich selber beschreibt er als "Paradiesvogel", der Unterstützung für seine künstlerischen Aktionen verdient.

Stattdessen bekommt er reichlich Gegenwind von Justitia. Am Donnerstag musste der Paradiesvogel beim Amtsgericht auf der Anklagebank Platz nehmen. Der Grund war eine Kunstaktion, die für die umstehenden U-Bahn-Fahrgäste recht verstörend gewirkt haben dürfte.

Künstler gab sich als Polizist aus, der einen Sexualstraftäter abführt

Der Künstler griff am 11. Mai des vergangenen Jahres laut Anklage an der Haltestelle Sendlinger Tor einen Mann am Arm und führte ihn aus einer U3. Während der Aktion soll er gerufen haben, dass er Polizist sei und einen Sexualstraftäter abführe. Für Staatsanwalt Florian Weinzierl war das Amtsanmaßung. Florian Hinterholzer bekam vom Gericht einen Strafbefehl zugestellt. Neben der Amtsanmaßung werden ihm darin zwei Fälle des Hausfriedensbruchs vorgeworfen.

Er war an den U-Bahn-Stationen am Olympiazentrum im Juli sowie zur Wiesnzeit an der Theresienwiese mit dem Sicherheitspersonal aneinandergeraten. Ein Zeuge schildert, dass ihn der Angeklagte dabei übel beschimpft habe.

Urteil: 1.200 Euro!

Der Angeklagte aber fühlt sich ungerecht behandelt. In seinem Fall würde ermittelt werden, aber er habe in der Vergangenheit ein Dutzend ähnlicher Delikte zur Anzeige gebracht, die dann eingestellt wurden. "Sie messen mit zweierlei Maß", sagt der 63-Jährige in Richtung des Staatsanwalts.

Das Urteil: 80 Tagessätze zu je 15 Euro – insgesamt also 1.200 Euro. Hinterholzer/Mariposa will sich jetzt noch in Ruhe überlegen, ob er in Berufung geht.

 

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