Urlaub Vorsicht, EC-Kartenfalle!

Besitzer von Giro-Karten mit dem neuen Chip-System stehen außerhalb der EU schnell ohne Bargeld da. Symbolbild Foto: dpa

Im Urlaub ohne Bargeld: Wer seine Karte nicht vor Abreise freischalten lässt oder sich fernab von Touristenhochburgen bewegt, kann im Ausland schnell unangenehm überrascht werden.

 

Für manchen Reisenden fühlt es sich am ersten Ferientag bereits an, als sei der Urlaub vorbei: Wer außerhalb der EU mit der Giro-Karte an Bargeld kommen will, kann böse Überraschungen erleben. Einige Banken erlauben das Abheben von Barem dort überhaupt nicht mehr, andere haben ihre Karten auf ein anderes System umgestellt – das nicht überall funktioniert. Die AZ erklärt, was sie vor dem nächsten Urlaub wissen müssen:

Warum kommt im Ausland kein Geld aus dem Automaten? Wenn die EC-Karte außerhalb Europas nicht funktioniert, hat das mit dem Schutz vor Skimming zu tun. Dabei spionieren Kriminelle die PIN aus, fertigen ein Double der Karte an und räumen dann vom Ausland das Konto leer. Um das zu verhindern, setzen manche Banken – wie die Deutsche Bank – ihr Abhebelimit außerhalb Europas auf Null. Andere Banken begrenzen die Auszahlung oder erlauben nur eine bestimmte Anzahl von Abhebungen. Problem dabei: Viele Urlauber wissen nichts davon, dass sie vor Ausreise bei ihrer Bank eine Freigabe fürs Nicht-EU-Reiseland beantragen müssen. Zwar hat die Deutsche Bank alle ihre Kunden per Brief angeschrieben, so Evelyn Koch von der Deutschen Bank zur AZ. Doch viele dürften trotzdem nicht Bescheid wissen. Schon für eine Reise in die Türkei oder Kroatien gilt: „Man muss selbst aktiv werden“, sagt Markus Feck von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Für den Notfall sollte man die Nummer seiner Filiale zur Hand haben.“ Bei der Deutschen Bank steht die Nummer einer Hotline auf der der Karte, hier kann man auch aus dem Urlaub eine Freischaltung beantragen.

Was gilt für Karten mit dem neuen Chip–System? Etliche Banken wie die Postbank haben von Maestro- auf V-Pay-Karten umgestellt. Die Karte funktioniert nur noch mit einem Chip – das soll vor Missbrauch schützen. Problem dabei: Außerhalb der EU, der Sepa-Zone (Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz, Monaco) und einigen Ländern wie der Türkei kommt man überhaupt nicht mehr an Geld, weil das System dort nicht funktioniert. „Selbst europaweit und in Deutschland kann man Pech haben“, so Feck. In vielen Geschäften gebe es Geräte, die nur Magnetstreifen lesen könnten. „Und: Nicht jeder fährt in die Touristenhochburgen, in denen V-Pay meist funktioniert.“ Daher: Am Besten eine Kreditkarte einstecken, auch Bargeld ist eine Option – allerdings keine sichere.

Was kostet die EC-Kartennutzung im Ausland? Das kommt auf die Bank an. Vor Ausreise lohnt sich ein Blick in das Preis-Leistungs-Verzeichnis. „Bei einigen privaten Banken gibt es Kooperationen, so dass man im Ausland kostenfrei abheben kann“, sagt Tanja Bellar, Sprecherin des Bundesverbands deutscher Banken zur AZ. Außerhalb der Eurozone müssen Urlauber je nach Bank zusätzlich zu den Nutzungsgebühren für den Automaten einen prozentualen Anteil des abgehobenen Betrages zahlen. Was tun, wenn die Karte eingezogen wird? Auf der sicheren Seite ist, wer die Karte sperren lässt, sobald er sie aus den Händen verliert. „Sperrnummer und Kartennummer sollte man sich vor der Reise notieren“, sagt Bellar. Um sicherzugehen, dass der Automat nicht präpariert ist, sollte man Kontakt mit seiner Bank aufnehmen. Eine Ersatzkarte zu beantragen lohnt sich nur, wenn man länger unterwegs ist. Wer keine zweite Karte dabei hat, kann sich im Ausland an die Partnerbanken des eigenen Instituts wenden.

 

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