Unterwegs im Pasinger Bahnhofsviertel AZ-Stadtspaziergänger: Bisserl mehr Farbe, bittschön!

AZ-Stadtspaziergänger Sigi Müller zeigt das Bahnhofsviertel von Pasing, wo neben grauem Beton auch bunte Flecken zu finden sind. Foto: Sigi Müller/az

Der Stadtspaziergänger Siggi Müller über bunte Fleckerl im sonst etwas grauen Bahnhofsviertel Pasings.

Pasing - Where have all the flowers gone, long time Pasing. Sicher hat Pete Seeger damals, als er den Song schrieb, nicht an Pasing gedacht. Schließlich hat er ja auch „passing“ geschrieben, aber als ich aus dem Bahnhof auf den Vorplatz trete, später über den neuen Marienplatz gehe, da fällt mir sofort dieser Song ein.

Ja, wo sind alle Blumen hin? Beide Plätze sind zwar großzügig angelegt, die Verbindung von alt und neu scheint gelungen. Die erste Farbe jedoch, die mir in die Augen sticht, sind die getrockneten, roten Peperoni auf dem Bahnhofsvorplatz an einem kleinen Marktstand.

Sicher werden auf dem Pasinger Marienplatz bald wieder die Blumenkübel mit exotischen Gewächsen und auch die Stühle im feurigen Grau aufgestellt, aber auch in den kälteren Jahreszeiten, die bei uns ja doch einen erheblichen Teil des Jahres einnehmen, mag man es ein bisschen hübsch.

Altes Bahnhofsgebäude gut integriert

Schön, dass man das alte Bahnhofsgebäude so gut integriert hat. Im Inneren die alten, gusseisernen Säulen – es wirkt ein bisschen wie in den Pariser Markthallen. Allerdings sieht’s von draußen eher aus wie David gegen Goliath, denn da wirken von der einen Seite die Pasinger Hofgärten, von der anderen die Pasing Arcaden. Sie scheinen sich wie Wanderdünen in der Wüste langsam über den Bahnhof zu stülpen.

Das alte Pasing findet man aber ein kleines Stück weiter in den Hinterhöfen und an der Würm. Wie aus einer anderen Welt steht dort das alte Schleusenhäuschen. Mit Gartenzwergen verziert ist die Insel drumrum, an der Abzweigung des Pasing-Nymphenburger Kanals, wie ein kleiner Märchenpark sieht es aus. Und da sind sie auch, die Blumen.

Im Moment blüht knallgelb der Löwenzahn. Durch die Bäume huscht ein Eichhörnchen. Kastanienblätter in frischem Grün dimmen das Sonnenlicht. Die kleine Nepomuk Kapelle ist ein Ort der Ruhe. Kaum zu glauben, dass nur wenige hundert Meter weiter alles zugepflastert ist. Die Villa Pasingas, wie Pasing erstmals im Jahr 763 erwähnt wird, bietet städtisch-ländliches Kontrastprogramm.

 

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