Unterfranken Fränkische Winzer starten Federweiße-Ernte

In Franken läuft langsam die Weinlese an: Johannes Göb, Mitarbeiter des Weinguts Schmitt aus Bergtheim, schneidet in Bergtheim (Unterfranken) eine Ortega-Traube. Foto: dpa

Er schmeckt süffig und stimmt schon mal auf den neuen Weinjahrgang ein: In Unterfranken landen die ersten Trauben für den Federweißen in den Weinpressen. Genossen wird der unterfränkische Weinmost hauptsächlich in der Region selbst.

 

Kitzingen  – Fränkische Winzer haben am Montag in Unterfranken offiziell mit der Lese von Federweiße-Trauben begonnen. Bei der auf einen Tag begrenzten Arbeit würden ausgewählte Sorten auf einer Fläche von 15 Hektar geerntet, berichtete der technische Betriebsleiter der Winzergemeinschaft Franken, Hubert Wohlfahrt, in Kitzingen. Gelesen würden vor allem frühreife Ortega-Trauben. Aber auch die Sorten Bacchus und Müller-Thurgau seien für den gärenden Weinmost geeignet. Die eigentliche Weinernte beginnt in Unterfranken erst Mitte September.

Mit der Qualität der Trauben ist der Kellermeister zufrieden: Die Ortega-Trauben brächten es auf 80 Oechsle-Grad, der Müller-Thurga auf einen Zucker-Grad von 65 bis 70 Oechsle. „Damit wären die Trauben auch für die Herstellung normalen Weins geeignet“, sagte Wohlfahrt.

Um sicher zu sein, dass die Federweiße-Trauben keine Pestizid-Rückstände enthielten, seien die Weinberge bereits Anfang Juli das letzte Mal gespritzt worden. „Das wird genau überwacht. Die Flächen werden schon im Juni für die Federweißen-Ernte vorbereitet. Es kann nicht einfach jemand hingehen und in einem x-beliebigen Weinberg Trauben für Federweiße ernten“, sagte der Weinexperte.

Als besondere Spezialität bieten die fränkischen Winzer zudem Rotling-Federweißen an. Zu seiner Herstellung würden rote Trauben der Sorte Regent zusammen mit weißen Trauben gepresst und abgefüllt.

Vermarktet wird der in Unterfranken gewonnene Federweiße in erster Linie in der Region selbst. „Wir beliefern Bistros, Vinotheken und den Lebensmittel-Einzelhandel in einem Radius von 80 Kilometern rund um Würzburg“, sagte der Vertreter der Winzergemeinschaft.

Wohlfahrt rät, den im Laden gekauften Federweißen zu Hause kühl zu lagern. Im Kühlschrank halte sich frischer Federweiße vier bis fünf Tage, bis er zu gären beginne. Erste Winzer hatten bereits am 7. August die Federweiße-Saison begonnen – allerdings nur mit geringen Mengen.

 

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