Unser Mann in Lissabon Michael Schulte: Das ist Deutschlands ESC-Hoffnung

Angesichts der jüngeren deutschen ESC-Bilanz lastet ein großer Druck auf unserem Mann für Lissabon. Die nötige Erfahrung bringt Michael Schulte jedenfalls mit, denn trotz seiner 27 Jahre ist er schon fast ein alter Hase im Geschäft.

 

YouTuber, "The Voice"-Finalist und jetzt Deutschlands Hoffnung beim Eurovision Song Contest: Michael Schulte (27) fährt mit seinem Song "You Let Me Walk Alone" zum ESC nach Lissabon. Gegen fünf Konkurrenten hat er sich durchgesetzt, davon zwei weitere "The Voice of Germany"-Absolventen. Wir stellen den Mann vor, der Deutschlands ESC-Fluch brechen soll.

Als YouTuber von Rea Garvey entdeckt

Das "The Voice of Germany"-Battle zwischen den beiden Gewinnerinnen Ivy Quainoo (25, "House on Fire") und Natia Todua (21, "My Own Way") hatte beim ESC-Vorentscheid am Donnerstagabend besonders ins Auge gestochen, doch zwischen Quainoo und Michael Schulte gab es sozusagen ein Rematch: Beide standen in der ersten Staffel der Castingshow im Finale. Doch lange bevor Schulte im Team von Rea Garvey (44) um den Sieg sang, hatte der Reamonn-Frontmann den Rotschopf aus Dollerup bei Flensburg bereits auf YouTube entdeckt.

Auf der Video-Plattform lädt Schulte seit 2008 Cover-Versionen von Pop- und Soul-Songs hoch, von Jeff Buckley bis Coldplay. Garvey wurde auf den Sänger mit der weichen Stimme aufmerksam und lud ihn 2011 ein, gemeinsam mit ihm einen Song bei der Kieler Woche zu singen.

Team Rea bei "The Voice"

Seine Bekanntschaft mit dem Reamonn-Frontmann kam ihm auch bei "The Voice of Germany" zugute - denn seine Blind Audition fiel eher mäßig aus. Einzig Garvey, der Schultes Stimme erkannt hatte, drehte sich für ihn um, und Schulte durfte im weiteren Verlauf der Castingshow zeigen, was wirklich in ihm steckt - bis hin zum Finale. Da musste er sich gegen Ivy Quainoo geschlagen geben und belegte den dritten Platz vor Max Giesinger (29).

Der taucht indes für ein gelegentliches Duett immer wieder auf Schultes YouTube-Kanal auf. Zuletzt im Oktober, als sie eine Akkustik-Version von "Supergirl" sangen - ein Reamonn-Cover.

Die steile Karriere blieb aus

YouTube blieb Schultes Plattform - bis heute lädt er regelmäßig Videos für seine 200.000 Abonnenten hoch. Doch er kurbelte auch seine Karriere als Berufsmusiker eifrig voran, spielte erst im Vorprogramm von Rea Garvey und später in dem der britischen Boyband Blue. Sechs Alben hat er bis heute auf den Markt gebracht, vornehmlich aus eigener Feder. Der große Erfolg blieb aus, doch das könnte sich mit seiner Teilnahme beim ESC nun ändern.

Mit der gefühlvollen Ballade "You Let Me Walk Alone" setzte er sich unter anderem gegen Natia Todua - die amtierende "Voice of Germany" - und die Volks-Pop-Gruppe voXXclub ("I mog di so") durch. Schulte hat den Song selbst geschrieben - sein vielleicht persönlichstes Lied, denn es ist seinem Vater gewidmet, der vor 13 Jahren verstarb.

Es ist ein schlichter Song, der aber schnell ins Ohr geht und einen emotionalen Nerv trifft - nicht die schlechtesten Voraussetzungen für den Eurovision Song Contest am 12. Mai. Es kann nur besser werden: In den vergangenen drei Jahren belegte Deutschland einmal den vorletzten und zweimal den letzten Platz.

 

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