Wieder patzt Sebastian Boenisch 0:3 in Aue - 1860 geht nach Platzverweis unter

, aktualisiert am 09.04.2017 - 17:43 Uhr
Nicht zu fassen: Die Löwen, hier mit Gytkjaer und Lumor, verlieren mit 0:3 im Erzgebirge. Foto: dpa

Die Löwen verlieren mit 0:3 gegen Erzgebirge Aue – und stecken wieder mitten im Abstiegskampf mit nur zwei Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang. „Ich bin trotzdem zufrieden“, sagt Trainer Pereira

 

München - Sprung auf Rang acht oder Tabellenkeller? Das war hier die Frage. Der TSV 1860 entschied sich auf seiner Auswärtsfahrt ins Erzgebirge in einem zunehmend kuriosen Abstiegskampf unfreiwillig für Letzteres.

Trotz anfangs starker Vorstellung verloren die Löwen gestern unter den Augen von Neu-Geschäftsführer Ian Ayre bei Erzgebirge Aue letztlich mit 0:3 – und sind damit neben dem Karlsruher SC der große Verlierer des 28. Zweitliga-Spieltags: Alle fünf (!) anderen Abstiegskandidaten konnten punkten. Aue nutzte seine Chancen durch die Dimitrij Nazarov (42., 73., jeweils per Foulelfmeter) und Cebio Soukou (49.) eiskalt.

Die entscheidende Szene war jedoch eine Dreifachbestrafung für Sechzig: Vor dem 0:1 verursachte Sebastian Boenisch nicht nur einen Strafstoß, sondern musste mit Glatt Rot vom Platz. „Wir waren gut im Spiel bis zum Gegentor. Die rote Karte und der Elfmeter waren entscheidend“, urteilte Vitor Pereira: „Ich bin trotzdem zufrieden, weil sich meine Mannschaft zu keinem Zeitpunkt aufgegeben hat.“

Durch die Pleite in Aue gegen die nun punktgleichen Veilchen steckt 1860 als Tabellen-14. mit 32 Zählern wieder mittendrin im Abstiegskampf: Der Vorsprung der Pereira-Löwen auf Relegationsrang 16 beträgt nur noch zwei Punkte.

Pereira brachte im Auer Sparkassen-Erzgebirge-Stadion, das derzeit wegen Renovierungsarbeiten nur 10 000 Zuschauer fasst und einen Blick auf Sechzigs Mannschaftsbus zwischen den Tribünen bot, anstelle von Michael Liendl und Ivica Olic diesmal Florian Neuhaus und Dänen-Bomber Christian Gytkajer auf, zudem ersetzte Levent Aycicek Amilton (Gelbsperre). Überflüssig: Vor Anpfiff machten einige Löwen-Fans unter den rund 1500 mitgereisten Anhängern durch Nebelkerzen auf sich aufmerksam.

Auf dem Rasen begann 1860 ordentlich, hätte sich dank einer organisierten Defensive und dem neuen Trio die Führung verdient: Erst scheiterten Aycicek mit einem Schuss am Außennetz (7.) und Gytkjaer mit einem feinen Heber an Aue-Torhüter Martin Männel (12.). Danach die besten 1860-Chance, erneut durch Gytkjaer: Der Ex-Torjäger von Rosenborg Trondheim setzte die Kugel nach feinem Zuspiel von Neuhaus an Männel vorbei – Außenpfosten (26.)!
Danach nahm das Spiel durch das 0:1, als Nazarov Ortega verlud, eine völlig andere Wendung. Pereira reagierte auf die Unterzahl mit der Einwechslung von Verteidiger Jan Mauersberger für Flügelstürmer Stefan Aigner, doch das Unheil nahm mit Aues zweiter echter Torchance seinen Lauf: Nach starkem Pass von Christian Tiffert erhöhte Soukou auf 2:0. Pereira: „Wir mussten dann mit Risiko nach vorne spielen. Dadurch entstanden Räume für Aue.“

Eine kurze Aufbäum-Phase der Löwen in Unterzahl blieb ungenutzt, bevor auch Ba patzte – und wieder Nazarov vom Punkt alles klar machte. Bis zur 90. Minute gegen Stuttgart schien Sechzig in dieser Englischen Woche auf einem guten Weg zu sein. Und doch endet die nun in einem Desaster.                         

 

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