Unglaubliche Erfolgsquote EHC-Trainer: Das Playoff-Monster

Unglaubliche Erfolgsquote des Trainers in den Play-Offs Foto: GEPA Pictures

Don Jackson, der Trainer des EHC Red Bull München, hat eine schier unglaubliche Erfolgsquote, wenn es in die entscheidende Saisonphase geht. Von 26 Serien in den Playoffs ging er nur vier Mal als Verlierer vom Eis.

München - Trainer, Psychologe, Mahner, Kummerkasten, Antreiber und Bremser, Freund, liebevolle Vaterfigur, strenger Zuchtmeister. Don Jackson muss gerade in den Playoffs viele verschiedene Rollen an- und übernehmen. "Eine Mannschaft ist ein sehr sensibles und diffiziles Gebilde", sagte der 60-Jährige, der mit seinem EHC Red Bull München nach den vier Siegen gegen Bremerhaven bereits im Halbfinale steht, der AZ. "Es ist ein labiles Gleichgewicht, denn alles steht in Zusammenhang miteinander."

Jackson ist der Magier, der dieses Gleichgewicht immer wieder herstellt. Diese Fähigkeit hat ihn mit sechs Titeln (fünf Mal Berlin, ein Mal München) zum erfolgreichsten Trainer der DEL-Geschichte gemacht. Der Amerikaner ist ein echtes Playoff-Monster. Das belegen Zahlen, die nie als alternative Fakten verkauft werden können. Bei bisher 114 Partien stand er als verantwortlicher Coach an der Bande, 79 dieser Duelle konnten seine Teams für sich entscheiden. 26 Playoff-Serien (Viertel-, Halbfinale und Finale) hat er als Trainer bestritten, nur vier Mal musste er als Verlierer vom Eis schleichen. Das entspricht einer Erfolgsquote von 85 Prozent.

"Donny ist ein Phänomen"

"Donny ist ein Phänomen", sagte EHC-Verteidiger Deron Quint, "er findet immer die richtigen Worte. Und das bei jedem Spieler. Er behandelt jeden Einzelnen mit Respekt. Auch, wenn er dir unangenehme Sachen sagen muss, macht er das auf eine Weise, dass sie nicht verletzend, nicht ehrabschneidend sind. Es gibt bei ihm auch kein hintenrum. Er sagt dir alles ins Gesicht und er steht zu seiner Meinung."

Das musste auch Goalie David Leggio erfahren. Vor der Viertelfinal-Serie sagte Jackson dem Torwart, der in der Meistersaison in den Playoffs von Jackson in jedem Spiel das Vertrauen geschenkt bekam, dass Danny aus den Birken im Kasten stehen würde.

Wie sagt Jackson: "Ruhm und Erfolge sind immer in der Vergangenheit, aber nur das Jetzt zählt." Und Verteidiger Florian Kettemer verbannte er in den Spielen drei und vier auf die Tribüne, weil er gegen die kampfstarken Bremerhavener den physisch robusten Yann Sauvé auf dem Eis haben wollte.

"Die goldene Regel bei mir ist Respekt"

"Die goldene Regel bei mir ist Respekt", sagte Jackson, "ich muss den Spielern manchmal sehr bittere Wahrheiten zumuten. Aber das ist ein Teil dieses Berufs, dieses Sports. Aber das Wie ist entscheidend: Es ist meine feste Überzeugung, dass die besten Führungspersönlichkeiten die sind, die dafür sorgen, dass sich alle wohlfühlen. Die Basis dafür kann immer nur Respekt sein."

Der respektvolle Don hasst es, im öffentlichen Fokus zu stehen. Alles soll sich bei ihm nur um die Mannschaft drehen. "Mein Einfluss ist überschaubar", sagte Jackson. Diese Bescheidenheit, diese Anti-Allüren-Attitüde lieben die Spieler. Und seine Detailversessenheit. "Donny ist Perfektionist", sagte Stürmer Jon Matsumoto nach dem 8:2-Triumph im vierten Viertelfinalspiel in Bremerhaven, "wir haben sicher nicht viel falsch gemacht, aber Donny wird trotzdem ein paar Dinge finden, an denen wir arbeiten müssen. Und wenn er sagt, dass etwas nicht passt, weiß jeder: Es passt wirklich nicht. Er hat diese natürliche Autorität."

 

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