"Ungewöhnlich aggressives Verhalten" In Großhadern: Hund geht auf seine Besitzer los

Was das ungewöhnlich aggressive Verhalten des Berner Sennenhundes ausgelöst hat, ist unklar. (Symbolbild) Foto: imago/Frank Sorge

Das Tier beißt ohne ersichtlichen Grund ein Paar aus Großhadern. Es wird betäubt und in der Tierklinik untersucht.

 

München - Eine mysteriöse Hundeattacke beschäftigt Tierfreunde in der ganzen Stadt. Wie aus dem Nichts heraus hat ein Berner Sennenhund in Großhadern am Freitagabend seine Besitzer angegriffen und verletzt. Nur mit Mühe gelang es, den Hund zu betäuben. Er wird in der Tierklinik genau untersucht.

Das Ehepaar steht noch immer unter Schock. Es sind nicht nur die Verletzungen, die ihnen zu schaffen machen. Viel mehr beschäftigt die Eltern eines dreijährigen Buben, wie es dazu kommen konnte, dass ihr Hund, praktisch ein Familienmitglied, so plötzlich auf sie losgegangen ist.

Hund geht plötzlich auf sein Herrchen los

Der vierjährige Berner Sennenrüde saß am Freitagabend wie ungezählte Male zuvor zusammen mit Herrchen und Frauchen vor dem Fernseher. Als der Familienvater von seinem Platz aus nach einer Wasserflasche greift, um einen Schluck zu trinken, springt der Hund plötzlich auf. Er geht auf sein Herrchen los und verbeißt sich in dessen Arm. Die Ehefrau will ihrem Mann helfen. Doch der Hund beißt um sich und erwischt dabei auch sie. Das Tier ist völlig außer sich und nicht mehr zu beruhigen.

Mit vereinten Kräften gelingt es dem Paar, den etwa 90 Kilo schweren Rüden auf den Balkon des Mietshauses in der Ludwig-Wörl-Straße zu sperren. Die Hundehalter alarmieren Polizei und Tierrettung.

Der Hund wirft sich mit vollem Gewicht von außen immer wieder gegen die Scheibe der Balkontür. Er ist außer sich und lässt sich nicht beruhigen.

Mit Medikamenten gespickter Döner setzt Hund außer Gefecht

Eine Polizeistreife und ein Hundeführer des Präsidiums treffen in der Wohnung ein. Sie versuchen, den Berner Sennenhund zunächst mit einem Stück Wurst, das mit einem Schlafmittel präpariert wurde, zu beruhigen. Vergeblich. "Erst ein mit Medikamenten gespickter Döner, der durch das gekippte Fenster geworfen wurde, setzte den Hund außer Gefecht", sagt Tierärztin Nora Rainer von der Münchner Tierrettung.

Friedlich schlummernd wird der Hund schließlich von Tierrettung und den Polizisten in die Tierklinik gebracht. Dort soll er jetzt genau untersucht werden.

Auslöser des aggressiven Verhaltens unklar

Unklar ist, was das ungewöhnlich aggressive Verhalten ausgelöst hat. Hätte der Hund geschlafen und sich durch eine plötzliche Bewegung in seinem Umfeld lediglich erschreckt, würde das zwar erklären, weshalb der Rüde zugebissen hat. Nicht aber, warum er so lange derart aggressiv gegenüber seinen Menschen war. "Zum Glück war unser Sohn nicht da und hat von dem Vorfall nichts mitbekommen", erzählen die Eltern sichtlich erleichtert der Tierärztin.

Über den Auslöser der Attacke, die mehrere Stunden anhielt, könne man derzeit nur spekulieren, sagt Nora Rainer. Denkbar wäre, dass der Berner Sennenhund eine stark schmerzende Stelle am Körper hat, die zufällig berührt wurde. Eine weitere mögliche Diagnose wäre eine Geschwulst oder ein Tumor im Gehirn des Tieres. "Dieses Krankheitsbild geht meist auch mit einer Wesensveränderung einher und würde das ungewohnt aggressive Verhalten eines bisher braven Familienhundes erklären", so Nora Rainer.

Lesen Sie hier: Hund auf Polizisten gehetzt - aber das Tier bleibt brav

 

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