Unfälle und Behinderungen Kalt erwischt! Wintereinbruch in München

Wintereinbruch Ende Oktober. In München liegt der erste Schnee. Bilder vom Hofgarten, aus dem Olympiapark und dem Englischen Garten. Foto: AZ/dpa

Am Wochenende reiben sich viele Menschen in Bayern überrascht die Augen: Eingeschneite Autos, Eis auf den Straßen. Vor einer Woche konnte man doch noch im T-Shirt im Café sitzen!

 

München – Der frühe Wintereinbruch in Bayern hat viele Autofahrer kalt erwischt. Schien vor einer Woche noch die Sonne bei 20 Grad, kämpften die Menschen am Samstag und Sonntag plötzlich mit Schnee und Eisglätte. Viele waren noch mit Sommerreifen unterwegs. Pünktlich zur Umstellung auf die Winterzeit hatten Räumdienste bereits ihren ersten Großeinsatz der Saison. Das große Schneechaos blieb aber aus; nach Angaben der Polizei kam es meist nur zu kleineren Unfällen.

In Oberfranken rund um Hof maß der Deutsche Wetterdienst am Sonntagmorgen zwischen sieben und zehn Zentimetern Schnee, in Südbayern zwischen vier und zehn. Zahlreiche Bäume konnten den Schneemassen nicht standhalten. Die Feuerwehren im südlichen Schwaben, in München sowie in Ober- und Unterfranken mussten vielerorts umgeknickte Äste von den Fahrbahnen räumen.

Ein Baum stürzte auf die Schienen zwischen Bayreuth und Nürnberg und brachte den Zugverkehr zum Erliegen. Auch Streckenabschnitte der S-Bahn München mussten am Sonntagmorgen wegen Bäumen auf den Gleisen gesperrt werden. Die Münchner S-Bahn blieb im wahrsten Sinne des Wortes vielerorts auf der Strecke. Umgestürzte Bäume und abgeknickte Äste sorgten für erhebliche Probleme. Wie ein Bahn-Sprecher am Sonntag mitteilte, waren im Außenbereich gleich mehrere Strecken zum Teil für Stunden blockiert.

Die S2 nach Erding war zwischen Markt Schwaben und Erding gesperrt. Die Bahn setzte Taxis ein. Auch die Passagiere der S7 brauchten viel Geduld. Zwischen Starnberg und Tutzing sowie bei Höllriegelskreuth und Hohenbrunn musste die Strecke immer wieder gesperrt und umgestürzter Bäume von den Gleisen geschafft werden. Auch in Richtung Kreuzstraße gab’s Probleme. Zwischen Hohenbrunn und Höhenkirchen rückten mehrmals Räumtrupps der Bahn an.

Selbst im Tunnel auf der Stammstrecke blieb man vom Winterchaos nicht verschont. Am Isartor blieb eine beschädigte S-Bahn liegen. Die Züge in Richtung Pasing hatten bis zu 30 Minuten Verspätung.

Autofahrer souverän: Äußerst elegant haben die Münchner Autofahrer dagegen die herausforderung gemeistert. Kein einziger witterungsbedingter Unfall wurde zwischen Samstagmorgen und Sonntagabend bei der Polizei gemeldet – nicht einmal ein harmloser Blechschaden.

Viele Autofahrer iom Freistaat waren zu schnell auf den schneebedeckten Straßen unterwegs, kamen von den glatten Straßen ab oder fuhren aufeinander auf. Betroffen waren in Unterfranken vor allem die A3 bei Würzburg, die A71, die Straßen in der Rhön und um Kreuzberg (Landkreis Rhön-Grabfeld). In Oberfranken kam es zu mindestens 13 Unfällen mit wenigen Leichtverletzten.

Glück im Unglück hatte ein 55-jähriger Autofahrer in Sonthofen: Er stieß am Samstag an einem Bahnübergang mit einem Nahverkehrszug zusammen, blieb aber unverletzt. Sein 18 Jahre alter Beifahrer erlitt nur leichte Schnittverletzungen. Wie die Polizei mitteilte, hatte der Mann vermutlich wegen des starken Schneefalls den Zug übersehen, der sich dem unbeschrankten Bahnübergang näherte.

Die Bahnstrecke zwischen Sonthofen und Fischen wurde für rund eineinhalb Stunden gesperrt Auf den Autobahnen rund um Hof verloren mindestens elf Autofahrer die Kontrolle über ihre Fahrzeuge, darunter zwei Lkw-Fahrer auf der A72. Sie blieben mit ihren Anhängern auf der Fahrbahn liegen. Dadurch kam es zu einem dreistündigen Stau in westliche Richtung; die Überleitung von der A9 zur A72 wurde für zwei Stunden gesperrt.

Auch auf der A7 bei Regensburg waren zwei Autofahrer mit Sommerreifen zu schnell unterwegs und prallten in die Leitplanken. Im mittelfränkischen Emskirchen kam ein Auto von der spiegelglatten Fahrbahn ab, zwei Menschen wurden eingeklemmt und leicht verletzt. Im schwäbischen Landkreis Donau-Ries und in Neu-Ulm gerieten zwei junge Autofahrer ins Rutschen.

Der Deutsche Wetterdienst warnte vor überfrierender Nässe auf den Straßen in der Nacht zum Montag. Ab Dienstag erwarten die Meteorologen wieder etwas mildere Temperaturen.

 

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