Und alles ohne Führerschein "Pure Blödheit": Mann denkt an Mutti und fährt Frau an

Der 20-Jährige fuhr trotz nicht bestandener Prüfung Auto - und richtete ordentlich Schaden an. Foto: dpa

Ein 20-Jähriger ist vom Amtsgericht München wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis in zwei Fällen, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs verurteitl worden. Die Vergehen des jungen Mannes sind erstaunlich.

 

München - Das Amtsgericht hat am 15. Juni einen 20-jährigen Münchner zu drei Wochen Arrest veruteilt, außerdem stellte es den Mann für ein Jahr unter die Aufsicht eines Betreuers. Bestraft wurde er wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis in zwei Fällen, fahrlässiger Körperverletztung und fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs.

Die Akte des jungen Münchners ist umso erstaunlicher, weil er gar keinen Führerschein hat. Zwar versuchte er mehrfach, den Schein zu machen, fiel aber jedesmal durch die theoretische Prüfung, zuletzt im Sommer 2015. Das hielt ihn aber nicht davon ab, mit seinem Mercedes durch München zu fahren - und dabei allerlei Schaden anzurichten.

Erst Frau gerammt, dann unbeteiligt Zigarette geraucht

Der junge Mann fuhr am vierten Januar mit seinem Auto auf die Autobahnausfahrt der A94 bei Neuried. Er wollte die Neurieder Straße geradeaus überqueren und überfuhr dabei eine rote Ampel, die bereits seit vier bis sechs Sekunden Rotlicht anzeigte.

Er erfasste das Fahrzeug einer vorfahrtsberechtigten jungen Frau. Diese zog sich neben einer Platzwunde an der Stirn, Prellungen am Knie, eine Brustkorbprellung und eine Schulterverletzung zudem eine Stauchung der Halswirbelsäule und eine Gehirnerschütterung zu. Bis heute ist die Beweglichkeit ihrer linken Schulter und des linken Oberarms eingeschränkt.

Doch dieser Unfall hielt den Angeklagten nicht davon ab, mit seinem Auto erneut auf Spritztouren zu gehen. So wie im Februar nachts in der Tischlerstraße. Dort wurde er schließlich (final) von der Polizei wegen überhöhter Geschwindigkeit aus dem Verkehr gezogen.

Die Mutter ist schuld

Vor Gericht sagte der Angeklagte zum ersten Fall aus - und rechtfertigte sich etwas kurios: "Ich habe die Ampel übersehen, weil meine Mutter alleine daheim war und ich in Gedanken bei ihr war. Ich habe mich auf die Ampel dahinter konzentriert. Die hintere Ampel war noch grün und ich habe bei der vorderen Ampel nicht registriert, dass sie rot war. Beim zweiten Vorfall war es pure Blödheit, dass ich gefahren bin. Ich habe nicht auf den Tacho geschaut, wusste aber, dass ich ein bisschen zu schnell war."

Lesen Sie auch: Illegales Rennen? Mehrere Verletzte nach Unfall auf A8

Das Gericht wendete Jugendstrafrecht an. Das Verhalten des 20-Jährigen zeige "eine so erhebliche Unreife beim Angeklagten auf, dass er nicht einem jungen erwachsenen Mann gleichgestellt werden kann", schreiben die Richer. "Das Gericht hat auch berücksichtigt, dass er sich am Unfallort nicht um die Geschädigte gekümmert hat, sondern unbeteiligt und Zigarette rauchend an seinem Fahrzeug verblieb", so das Urteil weiter.

Kein Auto und keinen Führerschein

"Unter Abwägung aller Gesichtspunkte hielt es das Gericht für pädagogisch erforderlich, den Angeklagten anzuweisen, auf die Dauer von 12 Monaten mit einem Weisungsbetreuer […] zusammenzuarbeiten, um neue Perspektiven in Richtung Arbeit/ Berufsausbildung/ Schuldentilgung entwickeln zu können… Zur Normverdeutlichung waren drei Wochen Dauerarrest zu verhängen."

Das Gericht wies zudem die Führerscheinstelle an, dem Münchner die nächsten eineinhalb Jahre keine Fahrerlaubnis zu erteilen - selbst wenn er die Prüfung bestehen sollte. Doch was den jungen Mann am Meisten schmerzen dürfte: Sein Auto wurde inzwischen verschrottet.

Das Urteil ist rechtskräftig.

 

6 Kommentare