Unbekannter Täter Fahrer missbraucht Frauen während Heimfahrt

, aktualisiert am 12.11.2018 - 18:35 Uhr
Der Mann ist noch unbekannt. (Symbolbild) Foto: Wolfram Kastl/dpa

In der Nacht auf Sonntag sind zwei Münchnerinnen Opfer sexueller Übergriffe geworden. Jetzt sucht die Polizei nach Zeugen, die Hinweise zur Identität des Fahrers geben können.

 

Ludwigsvorstadt/Altstadt - Zwei Frauen aus München sind am Wochenende innerhalb kurzer Zeit Opfer eines Sextäters geworden. Beide berichten, der Täter habe sich als Chauffeur ausgegeben. Während der Fahrt fielen die Männer über die Frauen her. Das Kommissariat 15, zuständig für Sexualstraftaten, ermittelt. Beide Opfer beschreiben einen Mann um die 40 Jahre. Er habe Deutsch mit Akzent gesprochen. Auch bei den Tatzeiten gibt es Übereinstimmungen. In beiden Fällen waren es die frühen Morgenstunden. Es könnte sich daher um den selben Täter handeln. 

Beunruhigender Zusammenhang zwischen beiden Fällen

Was die Polizei beunruhigt: Beide Fälle liegen nur etwas mehr als 24 Stunden auseinander und die Intensität der Taten steigerte sich. Beim zweiten Opfer ging der Unbekannte aggressiver vor. Ein Indiz dafür, dass er nochmals zuschlagen könnte?

Unbekannter vergewaltigt Münchnerin (17) 

Eine 17-Jährige aus München rief am Sonntag gegen 5 Uhr morgens über eine Handy-App ein Auto von CleverShuttle zum Odeonsplatz. Sie wollte sich nach Hause chauffieren lassen. Wenig später stoppte nicht ein grün-weißes, sondern ein dunkles Auto. Der Fahrer behauptete, er sei für CleverShuttle unterwegs. Er könne die Anfrage stornieren und die Tour selbst übernehmen, wenn sie damit einverstanden sei.

Froh, frühmorgens schnell ein Transportmittel erwischt zu haben, stieg die Münchnerin in den Wagen. Nach kurzer Zeit wurde der Mann zudringlich. Er begrapschte sie an den Brüsten. Dann stoppte er am Straßenrand und griff ihr zwischen die Beine. Die 17-Jährige wehrte sich, versuchte, die Hand des Mannes wegzudrücken. „Juristisch ist der Straftatbestand der Vergewaltigung erfüllt“, sagt Polizeisprecher Florian Hirschauer.

Erst als die 17-Jährige in Tränen ausbrach, ließ der Fremde von ihr ab. Der Mann fuhr die Schülerin nach Hause. Er verlangte kein Geld, sondern gab Gas, sobald sie ausgestiegen war.

Am Samstag kam es zu einem ähnlichen Fall

Ähnlich erging es einer Studentin, aus München, die am Samstag gegen 3.40 Uhr morgens vom Feiern kam. Sie hatte knapp zwei Promille im Blut. Die 22-Jährige stoppte in der Poccistraße ein vorbeifahrendes Auto, das sie für ein Taxi hielt. Sie sagte später der Polizei, das Auto sei cremefarben gewesen und habe ein Taxischild gehabt.

Als Ziel gab sie dem Fahrer eine Adresse in Giesing an. Zunächst verlief die Fahrt problemlos. Doch dann aktivierte der Fahrer ohne ersichtlichen Grund die Zentralverriegelung im Wagen. Damit saß die Studentin in der Falle. Der Mann wurde zudringlich, er begrapschte sie an der Brust und zwischen den Beinen. Immer wieder schlug die Münchnerin seine Hand weg. In Giesing angekommen, stoppte das Auto. Die Studentin warf dem Fahrer Geld hin und lief so schnell sie konnte weg.

Beide Frauen konnten sich weder die Kennzeichen der Autos merken noch Erkennungsnummern. Auch über die Fahrzeugtypen liegen keine Informationen vor. „Wir prüfen, ob es zwischen den Taten einen Zusammenhang gibt“, sagt Florian Hirschauer. Die Polizei bittet um Unterstützung. Hinweise an das Präsidium, Telefon: 29100.

Fabio Adlassnigg, Sprecher von CleverShuttle, sagte zur AZ: „Wir haben unverzüglich Maßnahmen ergriffen, um zur Aufklärung beizutragen. Nach einer sorgfältigen Prüfung können wir explizit ausschließen, dass es sich bei dem Täter um einen Fahrer von CleverShuttle handelt. Bevor unser Fahrer die Kundin erreichen konnte, wurde die Fahrt von der Kundin storniert."

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