Umzug in der Prannerstraße Galerist Andreas Baumgartl will "eine neue Galeriestraße"

Paul Nöllke.
Der Münchner Galerist Andreas Baumgartl in seiner kleinen Galerie – bald zieht er in eine größere um. Foto: Daniel von Loeper

Wie ein Galerist mitten in der Krise Mut machen will – und mit seinem Umzug hofft, die ganze Prannerstraße zu verändern.

 

München - Andreas Baumgartl weiß, dass er sich viel vorgenommen hat. "Ich habe darüber lange nachgedacht", sagt Baumgartl, "aber es war so eine großartige Chance, die konnte ich mir nicht entgehen lassen." Und so mietete der Galerist 250 Quadratmeter Ladenfläche im ehemaligen Palais Seinsheim in der Prannerstraße. Hier entsteht gerade seine neue Galerie, dreimal so groß, wie seine bisherige.

Coronakrise hat auch Auswirkungen auf Galerie

Dabei ist es nicht so, dass die Coronakrise keine Auswirkungen auf Baumgartl hat. "Ich merke das natürlich schon", erzählt er. Seine jetzige Galerie, ebenfalls in der Prannerstraße, wurde früher häufig von Touristen und Hotelgästen frequentiert. Damit ist nun Schluss. Die kleine Galerie wird auch weiterhin erhalten bleiben.

"Ich finde es einfach schlimm, immer zu hören, wie furchtbar und schlimm die Pandemie ist", sagt Baumgartl. "Natürlich ist die Pandemie schlimm, aber man muss dem ja auch etwas entgegensetzen." In seinen Geschäftsräumen ist Baumgartl umgeben von farbenfrohen Gemälden und Drucken. "Die Kunst ist gerade in einer solchen Zeit sehr wichtig", meint der Galerist.

Wer Baumgartl in seiner alten Galerie sitzen sieht, versteht, warum er mehr Platz braucht. Vor 20 Jahren leitete er die größte Privatgalerie in München, heute sind die Bilder um ihn herum auf hintereinanderliegenden Schiebewänden angebracht. Um ein bestimmtes Bild zu zeigen, muss er ein anderes wegschieben. Mit den überlappenden Wänden ist sein Büro ein bisschen wie eine Zwiebel aufgebaut, Baumgartls Schreibtisch in der Mitte.

Nur ein paar Meter weiter ist seine neue Galerie in der Prannerstraße 7. Direkt vor den Schaufenstern steht ein Oldtimer mit Baumgartls Logo. "Mit dem liefere ich sogar Gemälde aus", erklärt der Galerist. "Erst gestern war ich damit in Regensburg."

Neue Galerie: Hohe Decken, weiße Wände, ein langer Gang

Obwohl in den neuen Räumlichkeiten noch Handwerker alte Alarmanlagen abmontieren und Türen ausmessen, kann man sich die neue Galerie bereits gut vorstellen. Hohe Decken, weiße Wände und ein langer Gang: Die Räumlichkeiten sind wie geschaffen für das Ausstellen von Bildern.

Doch bei dem Umzug dachte Baumgartl nicht nur an die neuen Räume und den vielen Platz, den er nun für seine Bilder hat. "Die Galerie wird die ganze Prannerstraße verändern", hofft er. "Die Straße wird wieder zur Galerie- und Kunststraße." Denn in direkter Nachbarschaft des neuen Ladens befindet sich nicht nur Baumgartls alte Galerie – sondern auch Fotoateliers, die Kunstpassage des Bayerischen Hofs und ein Rahmenladen.

"Der ganze Charakter der Straße wird sich ändern", sagt Baumgartl. Noch kann man über den Schaufenstern der neuen Galerie den Schriftzug des alten Bettenladens lesen, der hier vor Baumgartl war. Doch das Galerieschild ist bereits angebracht, bald will Baumgartl Eröffnung feiern. Anfang dieser Woche brachten seine Angestellten noch die letzten Bilder aus einem alten Lager in der Briennerstraße in die neue Galerie.

Das Bilderlager war übriggeblieben, aus einer Zeit, in der Baumgartl dort eine Galerie hatte. An sie hat Andreas Baumgartl keine guten Erinnerungen, "Das war wirklich ein Fehler", sagt er. "Ein Raum im Keller, kein Tageslicht." In der neuen Galerie in der Prannerstraße hat Baumgartl bald sieben neue Schaufenster, durch die das Licht hereinströmt.

Noch hängen hier Planen, doch schon sehr bald sollen dort die ersten Gemälde ausgestellt werden. "Mehr Kunst in München", sagt Andreas Baumgartl, kurz bevor er wieder zurück in seine alte Galerie geht. "Das ist in Zeiten von Corona doch wirklich eine schöne Nachricht."

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