Umstrittener Vortrag Antisemiten am Gasteig? Münchner protestieren

Michael Kuhn ist einer der fünfzig Demonstranten gegen den Vortrag am Gasteig. Foto: Daniel von Loeper

Eine umstrittene linke Gruppe darf im gasteig einen Vortrag halten – es gibt Kritik.

 

Erneut gibt es Streit um eine Veranstaltung linker Gruppen, denen Antisemitismus vorgeworfen wird. Seit Jahren sorgen Veranstaltungen der so genannten "BDS-Bewegung", die zum Boykott israelischer Waren aufruft, immer wieder für Aufregung.

Am Mittwochabend durfte die "Jüdisch-palästeninsische Dialoggruppe München" aber einen Vortrag im Gasteig veranstalten. Über die "Besatzung der Palästinensergebiete" sprach Gideon Levy, der ebenfalls als BDS-Unterstützer gilt. Bürgermeister Josef Schmid (CSU) hatte die Veranstaltung auf AZ-Anfrage schon vor Wochen scharf kritisiert: "Ich bin dagegen, dass Gruppen, die sich auf der BDS-Liste aufführen lassen, überhaupt in städtischen Räumen auftreten dürfen." Nun aber fand die Veranstaltung statt. Was für Protest am Gasteig sorgte. Linke Gruppen und bürgerliche Münchner protestierten.

Genehmigung keine Entscheidung der Stadt

"Der BDS fordert seit Jahren, alles Israelische und Jüdische komplett zu boykottieren", hieß es in einem Aufruf. Das Kulturreferat der Stadt verwies auf AZ-Nachfrage auf den Gasteig. Die Veranstaltung stattfinden zu lassen, sei Sache der städtischen Tochter, keine Rathaus-Entscheidung.

Der Gasteig-Geschäftsführer Max Wagner sagte zur AZ, dass für den Inhalt einer Veranstaltung der Veranstalter allein verantwortlich sei. Der Gasteig sei verpflichtet, "sich innerhalb der geltenden strafrechtlichen Grenzen neutral zu verhalten". In den Mietbedingungen sei festgehalten, dass auf der Veranstaltung "keine rassistischen, volksverhetzenden, diskriminierenden oder beleidigenden Inhalte zu erwarten" seien. Dazu habe sich die "Dialoggruppe bekannt. "Eine Absage der Veranstaltung fällt in diesem Fall nicht in unsere Kompetenz."

 

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