Umbau für 35 Millionen Euro Nach Sanierung des Ruffinihauses: Mehr Läden, weniger Charme

Oben ist das Ruffinihaus noch eingerüstet, unten sind die ersten Läden wieder geöffnet. Foto: Petra Schramek

Nach der Sanierung des Ruffinihauses ziehen viele der alten Mieter im November wieder ein – doch nicht alle sind mit den Umbauten zufrieden.

 

München - Noch ein bisschen verloren steht Walter Drum in seinem neuen Laden. Striche auf dem Boden zeigen, wo später eine Wand entstehen soll, es riecht nach frischen Putz. "Hierhin kommen dann Regale mit Brillen", erklärt Drum. Seit 2007 führt er den Traditions-Brillenladen "Optik Messbacher" im Ruffinihaus.

Im Januar 2018 musste er zusammen mit den anderen Mietern ausziehen. Das denkmalgeschützte Ruffinihaus, das im Besitz der Stadt ist, wurde grundlegend saniert. In der Zwischenzeit war Drums Laden im Stadtmuseum untergebracht. Eine schwere Zeit, in der er kaum Umsatz gemacht, und die er "nur durch Stammkunden überlebt" habe, wie er erzählt. Jetzt freut er sich, diesen November wieder in das Ruffinihaus einzuziehen – auch wenn ihn der Innenausbau "noch eine kleine sechsstellige Summe" kosten wird.

Ruffinihaus: "Ein ganz besonderer Standort"

Doch nicht alle Geschäfte ziehen im November wieder in das Haus ein. Das Juweliergeschäft Opel hatte 2018 verkündet, dass der Laden nach 120 Jahren schließen würde. "Aus persönlichen Gründen", wie der ehemalige Besitzer Bernd Janich der AZ erzählt. Auch die Buchhandlung Shakespeare & Co. wird erst im Frühjahr 2020 einziehen. Dann auch unter neuer Leitung. "Ich habe den Anlass genutzt und gebe den Laden nach dem Umzug in gute Hände weiter", sagt Buchhändler Eugen Hillenbrand. Übernehmen soll Thomas Voglgsang, der den Buchladen "Buch&Töne" leitet.

"Das ist ein ganz besonderer Standort", erklärt Voglgsang. "Dort ist eine ur-münchnerische Ecke und so soll auch der neue Buchladen dieser Ecke würdig sein." Den Umbau sieht er allerdings nicht nur positiv: "Der Charme der Läden ist auf jeden Fall verloren gegangen. Es wird schon viel Geld brauchen, um da wieder einen schönen Laden hinzubauen." Dennoch ist Voglgsang dankbar und froh, dass die Stadt als Vermieter zu haben. "Da sind die Mieten sehr moderat", erzählt er. "Sonst könnten wir uns so einen Standort gar nicht leisten."

Neun weitere Läden, "die zu München passen"

Die kleinen Läden stärken, das will auch Kristina Frank (CSU), die als Kommunalreferentin für den Umbau verantwortlich ist: "Uns ist es wichtig, selbstständigen Läden auch in der Innenstadt einen Platz zu bieten."

Das kann die Stadt nach dem 34,58 Millionen-Euro-Umbau sogar noch mehr Geschäften. Durch neue Grundrisse gibt es nämlich Platz für neun weitere Läden. "Es haben sich viele beworben", sagt Frank. Wer aber neu ins Ruffinihaus einziehen wird, kann sie noch nicht verraten. Nur soviel: "Es sollen alles Läden werden, die zu München passen."

 

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