Umbau des Museums Mensch und Natur Biotopia Lab: Kopfüber ins Zwischenmuseum

Infotafeln und interaktive Lehrelemente: So sieht der Entwurf für die Museums-Zwischenstation aus. Foto: Konstantin Landuris Studio

Ende 2019 schließt das Museum Mensch und Natur am Schloss Nymphenburg. Bis dort das neue Biotopia eröffnet, gibt es ein Übergangs-Labor.

München - Vielleicht ist Ihnen der Mensch aufgefallen, der in der obigen Visualisierung gerade seinen Kopf in eine petrolfarbene Tonne steckt. Das tut er, um die Welt so wahrzunehmen, wie es eine hängende Fledermaus tut – Perspektivwechsel, sozusagen. Die Tonne ist ein informatives Element für ein direktes Erleben – auch auf kleinem Raum.

Das, sehr kurz zusammengefasst, ist auch das Konzept vom "Biotopia Lab" im Botanischen Institut – der Übergangsversion zwischen dem Museum Mensch und Natur, das Ende 2019 für immer geschlossen wird, und Biotopia, dem neuen Naturkundemuseum Bayern, das die – größere, erneuerte – Nachfolge des Mensch und Natur am Schloss Nymphenburg antreten soll. Wann genau, ist noch unklar.

Neueröffnung 2024 unklar

Bisher war meist die Rede davon, dass Biotopia 2024 seine Türen öffnen wird. Aber große Bauprojekte dieser Art lassen sich selten gern auf fixe Daten festlegen – und dieses ist noch etwas komplexer als ein einfacher Neubau: Es entsteht in den Räumen des Museum Mensch und Natur an der Maria-Ward-Straße 1b, wird aber architektonisch noch zusammengefasst mit einem Neubau, der dort hinkommt, wo momentan an der Maria-Ward-Straße 1a das alte Genetik-Institut der LMU steht.

Das Institut wird abgerissen – und weil es viele Labors und damit eine etwas komplexere Infrastruktur enthält, planen die Biotopia-Macher mindestens ein Jahr dafür ein. Danach beginnt der Bau des neuen Naturkundemuseums Bayern, für das 95 Millionen Euro veranschlagt sind.

Das Zwischenmuseum: Biotopia Lab

Da das Biotopia-Team aber als Losung ausgegeben hat "Kein Tag ohne Museum", wird es bis zum Eröffnungstag das "Biotopia Lab" geben – eben jene Zwischenlösung. Es kommt in einem Gebäudeteil des Botanischen Instituts im Botanischen Garten gleich hinterm Schloss Nymphenburg unter – einem Eckbau, der ohnehin saniert werden muss und danach wieder vom Institut genutzt werden soll.

In dessen Halbparterre wird auf relativ bescheidenen 350 Quadratmetern – Biotopia soll 6000 Quadratmeter für Dauerausstellungen und 1000 für Sonderausstellungen haben – das Lab eingerichtet.

Wo kommt das Radieschen her – und wo geht es hin?

In dem Lernlabor mit Schwerpunkt Ernährung und Umwelt wird es unter anderem eine "Zirbelstube" geben, eine Art kleines Kino, in dem man Vorführungen lauschen kann oder Vorträgen, außerdem eine Küche, in der die besuchenden Schulklassen zum Beispiel "lernen, dass ein Radieschen aus der Erde kommt und nicht aus dem Supermarkt", erzählt Biotopia-Sprecherin Ulrike Rehwagen, "wie es dann sinnvoll in den Magen kommt und wo es hingeht."

Außerdem gibt es einen großen Bereich für Workshops und Experimente, wo man dann zum Beispiel das Radieschen unter dem Mikroskop untersuchen kann. Das haben die Kinder im Idealfall dann aus einem der Beete draußen gezogen, die zum Biotopia Lab dazugehören – und spazieren danach in den Botanischen Garten. Alles soll zusammenwachsen. Für neue Perspektiven – muss auch nicht überkopf sein.

 

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