Umbau beim Elektro-Konzern Siemens-Chef Kaeser verkündet seine Strategiepläne in Berlin

Siemens-Chef Joe Kaeser strebt einen erneuten Strukturwandel an. Foto: dpa

Über den nächsten Umbau bei Siemens wird seit Monaten viel spekuliert. Am 7. Mai erfahren Beschäftigte und Öffentlichkeit die Einzelheiten. Dann will Konzernchef Joe Kaeser in Berlin seine Strategie vorstellen.

 

Berlin – Siemens-Chef Joe Kaeser wird seine Strategie für den Elektrokonzern mit seinen über 360 000 Beschäftigten in Berlin verkünden. Das geht aus der Einladung zur Halbjahres-Pressekonferenz hervor, die Siemens am Mittwoch verschickte. Demnach soll die Veranstaltung auch einen Tag früher als ursprünglich geplant stattfinden, nämlich bereits am 7. Mai. Zur Begründung verwies Siemens auf „die zu behandelnden strategischen Themen und damit eventuell verbundenen Veröffentlichungspflichten“. Hintergrund dürfte aber auch sein, dass der Um- und Neubau der Siemens-Konzernzentrale in München andauert.

Nach einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Mittwoch) hat die Kapitalseite des Aufsichtsrates unter dem Vorsitz von Gerhard Cromme das Konzept von Kaeser bereits im Grundsatz abgesegnet. Künftig solle Siemens eine Führungsebene weniger haben und verschlankt werden, hieß es in dem Bericht. Die operativen Unternehmensbereiche bekommen nach Informationen der Zeitung mehr Befugnisse.

Noch nicht alle Unternehmensbereiche seien den Vorstandsmitgliedern zugeordnet worden. Die 16 Divisionen sollten auf rund zehn bis zwölf reduziert werden. Ein Siemens-Sprecher wollte den Bericht am Mittwoch nicht kommentieren.

Kaeser war im vergangenen Jahr an die Siemens-Spitze gerückt. Seitdem sucht er nach Stellschrauben, um Siemens im Wettstreit mit der globalen Konkurrenz wie General Electric besser aufzustellen. Sein Vorgänger Peter Löscher hatte das Siemens-Geschäft in vier große Sektoren aufgeteilt: Industrie, Energie, Medizintechnik und Infrastruktur. Diese Struktur dürfte Kaeser nach früheren Medienberichten voraussichtlich auflösen. Die vier Sparten hätten viel zusätzliche Bürokratie geschaffen. Verkäufe einzelner Bereiche, über die in den vergangenen Wochen immer wieder spekuliert worden war, sollen den Berichten zufolge nicht im Fokus stehen.

 

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