Übernahmekampf beendet Terex beitet mehr für Demag

Eine Übernahmeschlacht um den weltweit führenden Hersteller von Hafenkränen Demag Cranes ist abgewendet: Der US-Konzern Terex erhöhte sein Kaufangebot für das Düsseldorfer Unternehmen und ebnete damit den Weg für eine gütliche Einigung mit Vorstand und Aufsichtsrat.

 

Düsseldorf - Demag Cranes begrüße die Ankündigung von Terex Industrial, die Übernahmeofferte von 41,75 Euro auf 45,50 Euro anzuheben, teilte der Kranhersteller am Donnerstag in Düsseldorf mit. Damit liegt der Kaufpreis bei rund 960 Millionen Euro.

Nach weiteren Angaben von Demag Cranes wird das Unternehmen innerhalb der Terex-Gruppe weitgehend eigenständig operieren können. Die Verantwortung für die Geschäfte lägen weiterhin beim Vorstand. "Wir werden vom internationalen Marktzugang und Netzwerk der Terex-Gruppe profitieren", erklärte Vorstandschef Aloysius Rauen. Terex habe sich darüber hinaus verpflichtet, für die Dauer von drei Jahren keine betriebsbedingten Kündigungen auszusprechen. Außerdem blieben die Marken Demag und Gottwald erhalten und der Hauptsitz des Unternehmens Düsseldorf.

Der Vorstand sei zuversichtlich, den Aktionären die Annahme des verbesserten Angebote empfehlen zu können. In der kommenden Woche würden Vorstand und Aufsichtsrat das Angebot vollständig bewerten. Der jetzt gebotene Preis biete eine Prämie von fast 30 Prozent auf den gewichteten Drei-Monats-Durchschnittskurs. Gegenüber Oktober vergangenen Jahres, als erstmals Spekulationen über eine Übernahme von Demag Cranes auftauchten, liege der Aufschlag sogar bei über 50 Prozent. Auch der finnische Konzern Konecranes hatte Interesse an Demag Cranes gezeigt.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2009/10 (30. September) hatte Demag Cranes mit 5700 Beschäftigten eine Umsatz von 930 Millionen Euro erzielt. Im laufenden Geschäftsjahr sollen erstmals mehr als 1 Milliarde Umsatz erwirtschaftet werden. Terex kam 2010 auf ein Umsatzvolumen von 4,4 Milliarden US-Dollar. Von seinen 16 300 Mitarbeitern sind mehr als ein Fünftel in Deutschland beschäftigt. Deutschland ist für Terex der zweitgrößte Markt und zweitgrößte Produktionsstandort.

Anfang Mai hatten die Amerikaner ihre erste offizielle Kaufofferte präsentiert, waren damit in der Unternehmensleitung aber auf Ablehnung gestoßen. Auch Großaktionäre wie die Hedgefonds Cevian oder Centaurus zeigten sich zurückhaltend. In weiteren Gesprächen zwischen dem Management beider Unternehmen wurde in den vergangenen Tagen dann aber der Durchbruch erzielt.

An der Börse kam das verbesserte Kaufangebot von Terex gut an: Bei insgesamt schlechter Stimmung an den Aktienmärkte gehörten die Anteilspapiere von Demag Cranes im Börsensegment MDAX zu den wenigen Tagesgewinnern. Am Vormittag notierte die Aktie bei 45,55 Euro - was praktisch dem jetzt gebotenen Kaufpreis entspricht - und lag damit 2,8 Prozent im Plus. Mit rund 73 Prozent befindet sich der größte Teil der Aktien im Streubesitz. Größter Einzelaktionär ist der Finanzinvestor Cevian mit rund 10 Prozent. Die Firmengeschichte von Demag Cranes geht zurück auf die Gründung der Mechanischen Werkstätten Harkort & Co 1819 in Wetter an der Ruhr.

 

0 Kommentare