Über den ganzen Planeten verteilt Warum diese fünf ehemaligen Freizeitparks heute Sperrzonen sind

Dieses Karussell im Six Flags New Orleans hat schon lange aufgehört, sich zu drehen Foto: KEG-KEG / Shutterstock.com

Achterbahnen, Riesenräder, Karusselle: Wo einst Kinder und Erwachsene jede Menge Spaß hatten, herrscht heute drückende Stille. Außergewöhnliche Umstände zwangen die Betreiber in allen Fällen dazu, die Tore dauerhaft zu schließen. Das sind die fünf Geschichten hinter den traurigen Bildern.

Es sind Kulissen, die sich Hollywoods Filmemacher für einen post-apokalyptischen Streifen nicht stimmungsvoller wünschen könnten: verlassene Freizeitparks. Die rostigen Ketten der Karusselle baumeln im Wind, Pflanzen wuchern durch alle Spalten und kaum eine Menschenseele setzt freiwillig einen Fuß auf die von Verfall gezeichneten Areale. Das sind die Schicksale, die fünf der eindrucksvollsten (Ex-)Freizeitparks der Welt ereilten.

Es war Ende August 2005, als der Hurrikan Katrina im US-Bundesstaat Louisiana auf Land traf und unvorstellbares Chaos anrichtete. Die Küstenmetropole New Orleans war besonders schlimm betroffen. Weite Teile der Stadt standen mehrere Meter unter Wasser, auch der Six Flags Freizeitpark. Erst im Jahr 2000 hatte dieser den Betrieb aufgenommen. Nach jenem schicksalhaften Tag fehlte bei dem Besitzer das Geld oder der Wille, um die zerstörte Anlage wieder instand zu setzen. Pläne, was mit dem Gelände passieren soll, gab es seitdem viele. Umgesetzt wurde bis heute keiner davon.

Nara Dreamland, Japan

Nicht weniger als eine Kopie des Disneyland Ressorts öffnete nahe der südjapanischen Stadt Nara Anfang der 1960er Jahre ihre Pforten. Nach Streitereien mit dem mächtigen US-Konzern verschwanden zwar die ikonischen Figuren und Namen, den Erfolg konnte das aber zunächst nicht schmälern. Als ab 1983 das Tokyo Disneyland und ab 2001 dann die Universal Studios Japan in Osaka dem Nara Dreamland immer mehr das Wasser abgruben, war der Park nach fast 45 Jahren finanziell erledigt. Am 31. August 2006 gingen die Lichter aus.

Okpo-Land, Südkorea

Gut 20 Jahre lang erfreute sich das Okpo-Land auf der südkoreanischen Insel Geoje trotz weniger Attraktionen größter Beliebtheit. Nach zwei tödlichen Zwischenfällen war 1999 Schluss. Wie das Portal "Bitrebels" berichtet, verunglückte 1990 ein kleines Mädchen in einer Bahn des Parks tödlich. Die Betreiber sollen sich angeblich bis heute nicht bei den Eltern der Verstorbenen entschuldigt haben. Als dann neun Jahre später ein Wagen desselben Fahrgeschäfts entgleiste und ein weiteres Mädchen mit in den Tod riss, wurde das Okpo-Land in einer Nacht-und-Nebel-Aktion geschlossen.

Spreepark, Deutschland

Auch in Deutschland gibt es einen Geister-Park, nördlich von Berlin. Der Kulturpark Plänterwald, so hieß die Anlage bei ihrer Gründung 1969, war der einzige Vergnügungspark der DDR. Nach der Wende wurde er in Spreepark umbenannt, da waren die goldenen Zeiten allerdings schon längst vorbei. Es folgten wirtschaftlich turbulente Jahre, auch die Besucherzahlen fielen ins Bodenlose. Im Jahr 2001 meldete der Betreiber schließlich Insolvenz an und der Park musste wenige Monate später schließen. Einen kleinen Lichtblick gibt es aber: Vor vier Jahren kaufte die Stadt Berlin das Gelände zurück.

Vergnügungspark Prypjat, Ukraine

Es handelt sich um einen der ganz wenigen Freizeitparks, die noch vor ihrer Eröffnung schließen mussten, trotzdem ist der Vergnügungspark Prypjat weltberühmt. Der Grund ist ein äußerst tragischer: Die kleine Anlage befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Kernkraftwerk Tschernobyl, in dem sich am 26. April 1986 die wohl größte Nuklearkatastrophe der Menschheitsgeschichte ereignete. Die fast 50.000 Einwohner Prypiats mussten daraufhin ihre Heimat überstürzt verlassen. Für den Vergnügungspark, der am 1. Mai des Jahres öffnen sollte, fehlte daraufhin jede Verwendung.

 

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