U-Bahnstation gesperrt Übung am Sonntag: Hier trainieren Einsatzkräfte gegen Terror

Polizisten üben einen Einsatz gegen ein Terrorkommando. Foto: dpa

Am heutigen Sonntag üben tausende Einsatzkräfte den Ernstfall. Bei dem Szenario geht es um einen möglichen Antiterroreinsatz vor dem Hintergrund der Fußball-EM im Sommer.

 

München - Rund 2.500 Einsatzkräfte werden sich an der für Sonntag geplanten Katastrophenschutzübung beteiligen. Es wird die größte Übung seit dem Antiterrortraining im Hauptbahnhof im Mai letzten Jahres.

Großübung bereitet Einsatzkräfte auf Fußball-EM 2020 vor

Das genaue Szenario der Großübung wird von den Organisatoren geheim gehalten. Die übenden Einheiten sollen nicht vorher wissen, was sie erwartet, heißt es inoffiziell. Unter anderem Polizei, Rettungskräfte, Technisches Hilfswerk und Feuerwehr sollen unter möglichst realistischen Bedingungen die Zusammenarbeit trainieren. Die Übung dient zur Vorbereitung auf die Fußball-Europameisterschaft 2020, bei der vom 12. Juni bis 12. Juli auch mindestens drei Spiele in München stattfinden werden.

Deshalb wird die Allianz Arena in Fröttmaning in das Konzept mit einbezogen. Ein mögliches Szenario könnte sich an dem Terroranschlag von Paris im Herbst 2015 orientieren.

Am Abend des 13. November griff ein schwer bewaffnetes Terrorkommando in einer koordinierten Aktion mehrere Ziele an: die Konzerthalle "Bataclan" sowie Bars und Restaurants im Osten von Paris.

U-Bahnstation Arabellapark am Sonntagvormittag für normalen Betrieb gesperrt

Am Stade de France sprengten sich während des Fußball-Länderspiels Frankreich gegen Deutschland drei Selbstmordattentäter in die Luft. Bei den Anschlägen starben damals 130 Menschen. Die Terrororganisation IS übernahm die Verantwortung.

Auch das Münchner Szenario sieht mehrere Einsatzorte vor, neben der Allianz Arena wird es auch im Arabellapark und in der Umgebung der dortigen U-Bahnstation rund gehen. Der Bahnhof ist deshalb von etwa 6.50 Uhr bis 13 Uhr für den normalen Betrieb gesperrt.

Die Züge der U4 beginnen und enden daher an der Haltestelle Richard-Strauss-Straße. Die Stadtwerke haben für den Vormittag einen Schienenersatzverkehr mit Bussen organisiert. Einige Haltestellen in dem Bereich wurden wegen der Übung verlegt. Auch Autofahrer, Radler und Fußgänger müssen sich auf Einschränkungen einrichten. Betroffen ist der Bereich Englschalkinger und Elektrastraße zwischen 7 und 13 Uhr.

Komparsen täuschen Verletzungen vor und müssen gerettet werden

Das Klinikum Bogenhausen ist während der Übung für Patienten und Besucher frei zugänglich. Allerdings ist die Notaufnahme der Klinik in die Übung mit eingebunden, weshalb am Sonntag deutlich mehr los sein dürfte.

"Es werden zahlreiche Einsatzfahrzeuge der Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste anfahren, Kräfte mit angelegter Schutzausrüstung im Einsatz sein", sagt Polizeisprecher Werner Kraus. Dazu gibt es dutzende Komparsen mit täuschend echt aussehenden Verletzungen, die gerettet und versorgt werden müssen.

Damit nichts von der Einsatztaktik bekannt wird und Täter dadurch vorgewarnt sind, wird die Übung großräumig abgeschirmt. Wer Sonntagmorgen von Martinshorn und Blaulicht geweckt wird, kann beruhigt sein – es ist eine Übung, mehr nicht.

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