U-Bahn-Pläne im Westen München: U5 nach Freiham soll ab 2035 fahren

Emily Engels ist Rathaus-Reporterin der Abendzeitung.
Das Münchner U-Bahn-Netz wird nach Westen hin deutlich ausgebaut. (Archivbild) Foto: Alexander Heinl/dpa

In Freiham soll schon in den nächsten Jahren ein Vorhaltebahnhof entstehen. Wie der Bau ins neue Quartier beschleunigt wird – und was die Rathauspolitik sagt.

 

München - Die Pläne zur U5-Verlängerung - erst nach Pasing und dann weiter nach Freiham - werden konkreter. Geht man nach dem Zeitplan, der in der Planungsvorlage der Baureferentin Rosemarie Hingerl (parteilos) beschrieben ist, soll das Projekt erheblich vorangetrieben werden. Hingerl sagt – mit Blick auf das lange Genehmigungsverfahren: "Das Baureferat ergreift alle Möglichkeiten, dieses so zügig als möglich zu gestalten."

Vorausgegangen war ein entsprechender Antrag der CSU-Fraktion. Auch einen Vorstoß, in dem die CSU fordert, dass die Bahnhöfe zwischen Pasing und Freiham parallel gebaut werden sollen, hat Hingerl aufgegriffen. Konkret geht es um die Bahnhöfe: Westkreuz, Radolfzeller Straße, Riesenburgstraße und Freiham Zentrum.

Für die Endhaltestelle Freiham soll schon jetzt ein Vorhaltebahnhof - also ein U-Bahnhof im Rohzustand - entstehen. Und zwar, noch bevor die Wohnbebauung in Angriff genommen wird. Da mit der ab 2023 begonnen werden soll, muss laut Hingerl "mit höchster Priorität" der Rohbau errichtet werden. "Durch den Bau des Vorhaltebahnhofes auf der grünen Wiese können in erheblichem Umfang Kosten eingespart werden", schreibt sie in ihrer Vorlage.

Der Zeitplan für die U5-Verlängerung

Die Bauarbeiten für die Verlängerung vom Laimer Platz nach Pasing haben bereits begonnen: Die Umbettung einer Starkstromleitung am Laimer Platz ist Voraussetzung dafür, dass 2021 mit dem eigentlichen Bau der Untergrundstrecke gestartet werden kann.

Komplett fertig gebaut sein, soll die neue U-Bahn-Trasse in sechs bis acht Jahren. Baubeginn für die Weiterführung bis nach Freiham könnte dann 2028 sein. Mitte der 2030er Jahre würden dann die ersten U-Bahnen ins neue Wohngebiet fahren.

Vier neue Haltestellen sind auf der Verlängerung der U5 von Pasing nach Freiham vorgesehen. Die erste Bahn soll bis Mitte der 2030er fahren.
Vier neue Haltestellen sind auf der Verlängerung der U5 von Pasing nach Freiham vorgesehen. Die erste Bahn soll bis Mitte der 2030er fahren. (Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken.) Grafik: Baureferat, Bearbeitung: anf

Wer finanziert das Großprojekt?

Völlig ungeklärt sei noch die Finanzierung der U5-Verlängerung, kritisiert Stadtrat Paul Bickelbacher (Grüne). Nach derzeitigem Stand wird das Projekt etwa 750 Millionen Euro kosten. Allein für die Vorhaltemaßnahmen sollen 60 bis 80 Millionen Euro anfallen. Während die U5-Verlängerung nach Pasing (etwa 665 Millionen Euro) die Stadt stemmen will, sieht Bickelbacher für die Verlängerung bis Freiham auch Land und Bund in der Verantwortung, sagt er.

ÖDP-Stadtrat Johann Sauerer merkt an: "Während die Stadt munter Vorhaltebauwerke und Trassenführungen beschließt, begnügen sich die bayerische Verkehrsministerin und ihr Berliner Pendant bisher noch mit Lippenbekenntnissen und Absichtserklärungen. Der gesamte Stadtrat muss daher den Druck erhöhen, statt allzu euphorisch zu feiern."

CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl findet, dass die Verlängerung der U5 "für die Münchner Mobilität von enormer Bedeutung" ist. Er schießt gleichzeitig gegen die Grünen, die zunächst eine Tram nach Freiham wollten: "Der grüne Kinderglaube, man könnte ein gewaltiges Neubaugebiet einzig und allein mit einer Straßenbahn erschließen, hat den Münchner Westen viel Zeit gekostet", sagt Pretzl. Er freue sich, dass das Baureferat die CSU-Vorschläge zur Beschleunigung des U5-Ausbaus weitgehend aufgegriffen habe.

"Wir hoffen, dass die U5 jetzt auf den Weg kommt", sagt OB-Kandidat Jörg Hoffmann. Seine FDP begrüße den CSU-Antrag. Er kritisiert jedoch: "Warum hat das Baureferat nicht von sich aus einen möglichst schnellen Bau angestrebt?" Ein anderes Bedenken hat Stadtrat Jens Röver (SPD). Er sagt: "Wichtig ist, schon jetzt in Freiham darauf zu achten, dass die Wohnstraßen an der Endhaltestelle nicht vom Pendlerverkehr belastet werden." Dafür brauche es gute Park-and-Ride-Lösungen.

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