TV/Medien Trüber "Tatort" aus Ludwigshafen

Odenthal und Koppers ermitteln. Foto: Alexander Kluge/SWR
 

Odenthal und Koppers sind in "Freunde bis in den Tod" die Opfer eines öden Drehbuchs

Die amüsanten Zeiten, da die Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und ihr treuer Koch-Knappe Kopper (Andreas Hoppe) im Dreierpack mit Odenthals Katze noch als skurriles Kontrastgespann hinter den Mördern herjagte, sind mittlerweile im Standard der neuen Computer-Kriminalität klebengeblieben.

Man arbeitet sich an der Psycho-Befindlichkeit einer neuen Generation von Leistungsdrill-Geschädigten ab, die ihre durchgeknallten Versagergefühle mit übersteigertem Geltungsbedürnis kompensieren. In diesen dunklen Seelenverliesen stochern Odenthal & Kopper, nach einem Schülermord beunruhigt von Amokläufen und den Exzessen von Waffennarren.

Der Tatortkrimi „Freunde bis in den Tod“ (Buch: Harald Göckeritz, Regie: Nicolas Rohde, ARD/SWR) kreist um die spätpubertären Hirngespinste introvertierter Sentimental-Grübler, die von heroischer „ewiger Freundschaft“ und von selbstherrlicher Vollkommenheit träumen und die sich mit Internet-Mobbing und Foto-Erpressungen austoben. Odenthal & Kopper ermitteln in eher langweiligen Routine-Dialogen hinter diesen Schüler-Minderwertigkeitskomplexen her. Auch die trübsinnigen Wohlstandsjugend-Figuren bleiben zu plakativ und uninteressant, um die Ludwigshafener Tatort-Atmosphäre angemessen durchzulüften.

 

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