TV-Kritik zum ARD-Krimi So war der Stuttgarter Tatort "Happy Birthday, Sarah"

Die junge Sarah (Ruby O. Fee) wird zur Hauptverdächtigen der Kommissare Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare). Foto: SWR/Stephanie Schweigert

Von schwäbischen Krawallmädchen und Kommissaren im Beziehungsstress. Der Stuttgarter ARD-Tatort "Happy Birthday, Sarah“ in der AZ-Kritik.

 

Warum habe ich das Gefühl, diesen (durchaus passablen) Stuttgarter „Tatort“ schon x-mal gesehen zu haben? Immer diese demonstrativen Unterschicht-Teenies, die den Normalos ihren Provokationswortschatz entgegenbellen und mit ihren Fuck-you-Sprüchen in den Wutköpfen die Wände einrennen wollen: Kaputte Kinder aus kaputten Familien, in enem Sozialsystem, das entweder als naiv idealistischer Gutmenschenverein oder als perverser Steuerabzockerclub verachtet wird.

Es sind viele Krimi-Standards, die in dem Stuttgarter "Tatort": „Happy Birthday, Sarah“ ins brüllige Action-Muster der quietschenden Autoreifen hineingehäkelt werden (Buch: Wolfgang Stauch, Regie: Oliver Kienle, ARD/SWR). Und der souveräne Kommissar Lannert (Richy Müller) übt außerdem noch gutmütige Kumpel-Solidarität mit seinem überforderten Kommissar-Partner Bootz (Felix Klare), der die Plage mit der väterlichen Aufsichtspflicht für seine renitenten Trennungskinder an der Backe hat.

Stress im Job und keinerlei schwäbische Bienzle-Gemächlichkeit im Tatortmilieu eines Jugendtreffs, in dem ein Sozialarbeiter in einer Kloschüssel ertränkt wurde. Das mordverdächtige Teenie-Krawallmädchen (Ruby O. Fee), kurz vor ihrem 14. Geburtstag noch nicht strafmündig, macht den beiden Kommissaren die Hölle heiß und erweitert den pädagogischen Erkenntnisstand der Kriminalisten ganz erheblich. Sie hätten Lehrer werden sollen. 

 

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