TV-Kritik "Feigheit des Löwen": So war der "Tatort" aus Oldenburg

Petra Schmidt-Schaller als Kommissarin Katharina Lorenz und Wotan Wilke Möhring als Kommissar Thorsten Falke bei den Dreharbeiten zum "Tatort - Feigheit der Löwen". Foto: dpa

Ein Mentalitäts-Puzzle, ein Fall von melancholischer Tatort-Besinnungslyrik. "Die Feigheit des Löwen", der ARD-Tatort aus Oldenburg, in der TV-Kritik der AZ.

 

München - Wenn sich der klassische Tatortkrimi mit literarischem Anspruch paart, kann leicht ein Zwitter dabei herauskommen: halb raubeinig wortkarges Kommissarsgenuschel, halb islamische Einwanderer-Folklore mit Kollision der Kulturen. Im norddeutsch spröden Grübel-Tatortkrimi „Die Feigheit des Löwen“ (Buch: Friedrich Ani, Regie: Marvin Kren, ARD/NDR) versacken Kommissar Falk (Wotan Wilke Möhring) und Kommissarin Lorenz (Petra Schmidt-Schaller) auf ihrer Fahnderpirsch nach syrischen Schleusern und Rachemördern in einem One-Night-Stand-Besäufnis, was die Dialoge der paarweise berufstätigen Einzelgänger etwas verlangsamt.

Der Tatortkrimi mutiert diskret zu einem Ratespiel (wer mordet wen warum – oder doch nicht?). Das ermüdet mehr, als dass es einen vor Spannung vom Stuhl reißt. Ein Mentalitäts-Puzzle „Syrer in Oldenburg“ mit Bürgerkriegs-Traumata sensibler Kinder – ein Landschaftskrimi der melancholischen Stimmungen. Ein Fall von Tatort-Besinnungslyrik.

 

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