Turbulenter Linken-Parteitag Dagdelen: Wagenknecht-Isolierung krachend gescheitert

Einigkeit gibt es bei den Linken auch nach ihrem Parteitag nicht. Sie liefern sich einen offenen Schlagabtausch zur Einwanderungspolitik.

 

Berlin - Die stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion, Sevim Dagdelen, hat den turbulenten Linken-Parteitag als Erfolg für Fraktionschefin Sahra Wagenknecht gewertet und von weiteren Angriffen gegen deren Person abgeraten. "Alle Versuche, Sahra zu isolieren", seien krachend gescheitert, sagte Dagdelen der Deutschen Presse-Agentur. Sie machte eine große Unterstützung für Wagenknecht in Leipzig aus.

Wagenknecht wendet sich gegen Ruf nach grenzenlos möglicher Zuwanderung

Bei dem dortigen Parteitag hatten sich zuvor interne Machtkämpfe und Richtungsstreitigkeiten des Spitzenpersonals zugespitzt. Hintergrund ist ein Konflikt über die Einwanderungspolitik. Wagenknecht hatte sich in Leipzig erneut gegen den in der Partei verbreiteten Ruf nach grenzenlos möglicher Zuwanderung gewandt. Dies zog eine hitzige Debatte nach sich, in der sie teils Zustimmung, teils Ablehnung erfuhr. Fraktions- und Parteispitze kündigten anschließend einen gemeinsamen Versuch an, ihren Streit in geordnete Bahnen zu lenken. Dazu soll es unter anderem eine gemeinsame Klausur geben.

"Dass die Parteispitze sich mit dem Thema Migration und Flucht nun sachlich auseinandersetzen will, ist begrüßenswert", sagte Dagdelen und fügte an: "Wer dennoch mit ideologischer Basta-Politik und Diffamierungen gegen die populärste Politikerin der Linken weitermacht, wird in der Parteibasis weiter an Vertrauen verlieren."

Wagenknecht fühlt sich nicht isoliert

Auch Wagenknecht selbst sieht sich nach der Kontroverse auf dem Parteitag nicht ins Abseits gestellt. "Ich muss sagen, die Resonanz, die ich auf meine Rede bekommen habe, die zeigt ja, dass ich überhaupt nicht isoliert bin in der Linken", sagte sie am Sonntagabend in der Sendung "Bericht vom Parteitag" des ARD-Hauptstadtstudios.

 

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