Turbulente Zeit am Klinikum Bayreuth Glück hoch 6: Zweimal Drillinge in nur zwei Tagen

Die Eltern von Drillingen, Irene und Patrick Völkel. Foto: dpa

Zwei Tage, zwei Drillingsgeburten - am Klinikum in Bayreuth waren Ärzte, Hebammen und Pflegekräfte vor eine nicht alltägliche Herausforderung gestellt. Schließlich gab es bayernweit pro Jahr zuletzt gerade einmal 44 Drillingsentbindungen.

 

Bayreuth - Zufrieden schlummernd liegen Selina, Daniel und Florian in den Armen ihrer Eltern Irene und Patrick Völkel. Noch müssen Mama und Papa Kittel tragen, wenn sie mit ihren Kindern kuscheln - der Infektionsgefahr wegen. Aber bald dürfen die Drillinge nach Hause. Sie und ein weiteres Drillings-Trio haben auf der Geburtsstation des Klinikums Bayreuth für Trubel gesorgt: Die Drillinge kamen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen zur Welt. "Das war sehr großer Zufall", sagt der Chefarzt der Kinderklinik, Thomas Rupprecht.

Gerade einmal 44 Drillingsgeburten gab es laut Statistischem Landesamt 2014 in Bayern, allein 10 davon erblickten in München in den Kliniken der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) das Licht der Welt. Das Perinatalzentrum in Bayreuth, das auf Risikoschwangerschaften und Frühgeburten spezialisiert ist, deckt den nordfränkischen Bereich für solche speziellen Geburten ab. Im Vorjahr kamen hier überhaupt keine Drillinge zur Welt - und nun traf es Ärzte, Hebammen und Pflegekräfte am 26. und am 27. Januar gleich doppelt. Ab Dezember wurde zusätzlich Personal in Bereitschaft versetzt, um für die Drillingsgeburten gerüstet zu sein. So mussten bei den Entbindungen beispielsweise jeweils drei Experten für die Versorgung von Frühchen zur Verfügung stehen.

 

Die Drillinge wurden auf natürlichem Wege gezeugt

Familie Völkel merkt man die Aufregung der vergangenen Monate und Wochen nicht an. Die Babys schlummern, Irene (27) und Patrick (25) Völkel blicken zufrieden drein. Die Drillinge wurden auf natürlichem Wege gezeugt, erzählen sie. Das ist durchaus bemerkenswert, denn Mehrlingsschwangerschaften resultieren nicht selten aus künstlicher Befruchtung. Natürlich - es sei erst einmal eine unglaubliche Nachricht gewesen, als die Ärzte drei Babys im Bauch von Irene Völkel entdeckten, sagt Vater Patrick. "Aber das Ergebnis ist schon toll", sagt seine Frau lächelnd.

Die Schwangerschaft sei weitgehend problemlos verlaufen - anders als viele Frauen mit Mehrlingen musste sie auch nicht schon vorab zur Beobachtung in die Klinik.

In der 33. Woche schließlich kam es zum Kaiserschnitt. Zwischen 1470 und 1875 Gramm schwer waren die drei Babys, sie mussten auch nicht mehr beatmet werden. Nach einer ersten Zeit auf der Intensivstation für Neugeborene konnten sie auf die Frühchen-Station verlegt werden. "Gott sei Dank sind alle drei gesund", sagt Irene Völkel. Nun dürfen sie bald nach Hause, weil sie schon mehr als 2000 Gramm wiegen - und die Familie muss sich dem Alltag mit drei Säuglingen stellen.

Für Familie Völkel beginnt daheim die dreifache Herausforderung

Tipps gibt es von Ruth Himmelmann, Stationsleiterin für die Frühchen. "Körperkontakt ist ganz wichtig, wenn die Eltern hier sind, dann sollen sie den Kindern etwas erzählen und mit ihnen kuscheln", sagt die Expertin. Werden die Babys im Krankenhaus bei Bedarf noch von den Schwestern versorgt, wartet auf die Völkels daheim die komplette Logistik - drei Babys müssen gefüttert, gewickelt und umgezogen werden. "Ein größeres Auto werden wir dann wohl auch brauchen", sagt der Vater. "Und irgendwann eine andere Wohnung."

So vergleichsweise unproblematisch verlaufen längst nicht alle Mehrlingsschwangerschaften. Bei eineiigen Mehrlingen gebe es häufiger Probleme als bei mehreiigen, erläutert Nicos Fersis, Chefarzt für Gynäkologie und Geburtshilfe. Zudem komme es bei Mehrlingen häufig zu vorzeitigen Wehen. Aufgabe der Medizin sei es, dies zu stoppen und extreme Frühgeburten möglichst zu verhindern.

 

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