Tumulte bei Abschiebe-Protest Landtag diskutiert kontroversen Polizeieinsatz in Nürnberg

Massiver Widerstand gegen die geplante Abschiebung eines afghanischen Flüchtlings in Nürnberg. Ging die Polizei verhältnismäßig vor? Foto: Reister

Die Polizei soll einen Afghanen aus der Schule zur geplanten Abschiebung holen. Der Einsatz eskaliert. Das war Ende Mai in Nürnberg, der Vorfall machte bundesweit Schlagzeilen. Nun beschäftigt er den Innenausschuss des Landtags.

 

München - Der aus dem Ruder gelaufene Polizeieinsatz bei der geplanten Abschiebung eines jungen Afghanen in Nürnberg Ende Mai beschäftigt am Mittwoch (9:15 Uhr) den Innenausschuss des Landtags: Das Innenministerium will den Abgeordneten ausführlich über den Ablauf berichten und anschließend Rede und Antwort stehen.

Der Polizeieinsatz hatte - insbesondere weil er morgens an einer Berufsschule stattfand - eine Welle der Kritik ausgelöst. Schüler und später hinzugekommene Linksautonome hatten die geplante Abschiebung des jungen Afghanen mit einer Sitzblockade und einer spontanen Demonstration verhindern wollen. Dabei kam es zu Tumulten zwischen Demonstranten und der Polizei.

Mehrere Polizisten wurden verletzt, mehrere Menschen vorübergehend festgenommen. Dem Afghanen selbst wird vorgeworfen, jahrelang die Behörden getäuscht zu haben.