TSV 1860 Von wegen Langeweile!

Rückkehr ins Team: Daniel Halfar Foto: sampics/AK

Die Löwen stecken auf Rang sechs fest, doch es gibt genug Gründe, weshalb es trotzdem bis zum Saisonende spannend bleibt.

 

MÜNCHEN Die Löwen haben die Wahrheit erlebt, auch wenn sie davor gerne die Augen verschlossen hätten. Es sind halt nicht immer nur schöne Dinge, die so eine „Woche der Wahrheit”, wie sie die Sechzger zuletzt für sich erklärt und dann auf bittere Art erlebt hatten, mit sich bringt. Denn für 1860 bedeutet sie: Erstligareif? Mitnichten. Und so ärgern sie sich an der Grünwalder Straße zwar über ihren kuriosen Verlauf der Saison, die fulminant angefangen hatte, dann einen bitteren Absturz, eine winterliche Auferstehung und zuletzt einen erneuten Tiefflug erlebte – und doch suchen sie jetzt nach den positiven Dingen. Denn vor dem letzten Viertel der Saison stehen zu viele Spiele an, um die Runde schon abzuhaken. Die AZ zeigt auf, worauf sich die Löwen noch freuen können und weshalb keine Langeweile droht, auch wenn die Chancen groß sind, dass sie vom sechsten Platz nicht mehr wegkommen:

Punktebestmarke: Trainer Reiner Maurer will die 1860-Zweitligabestmarke von 57 Punkten (2004/2005) knacken. „Das Mindestziel ist aber, die letzte Saison zu überbieten”, sagt er der AZ – damals holte er 52 Punkte, zwei wurden von der DFL abgezogen. Maurer: „Was mir am wichtigsten ist, dass wir uns einen neuen Namen gemacht haben, dass die Leute merken, dass es in die richtige Richtung geht. Das lässt sich am besten mit Punkten belegen.”

Rückrundenmeister: 1860 liegt in der Rückrunde punktgleich mit Eintracht Frankfurt auf Rang drei hinter Fürth – Maurer: „Wir können immer noch viel erreichen. Die Rückrundentabelle drückt das aus. Wir sind es den Fans schuldig, dass wir weiter punkten. Es geht auch um unser Image.”

Die Rückkehr von Halfar und Wood: Der 24-jährige Halfar, der die Löwen vergangenen Sommer mit brillanten Leistungen verzauberte, läuft nach monatelanger Verletzungspause wieder. Maurer sagt zwar: „Wir wollen nichts übers Knie brechen. Wenn es ans Eingemachte geht, wird die Belastung eine andere.” Doch Halfar will diese Saison noch mal spielen: „Ich muss auf die Ärzte hören, aber ich bin heiß, endlich wieder ranzudürfen.” Gleiches gilt für den Hawaiianer Bobby Wood, der nach seiner Knie-OP Ende letzten Jahres gegen Greuther Fürth erstmals wieder im Kader stadn und nun auf Einsätze hofft. Trainer Maurer jedenfalls lobt ihn: „Bobby drängt sich wieder in den Vordergrund.”

Neue Talente: Beim letzten Sieg vor einem Monat bei Union Berlin nominierte Maurer erstmals Linksverteidiger Phillipp Steinhart für den Kader. Über den 19-Jährigen äußert sich der Allgäuer schon lange lobend; und weil Stefan Buck den Verein im Sommer wohl verlassen wird, könnte Maurer eine künftige Alternative bald schon mal testen. „Phillipp ist eine Überlegung wert. Aber ich lasse niemanden spielen, nur wegen seines Geburtsdatums”, sagt Maurer. „Jeder will jetzt fünf Junge sehen. Aber wenn’s nach hinten losgeht, wird gemeckert. Ich muss an die Platzierung denken, pro Platz gibt es 500000 Euro mehr an TV-Geld.”

Maiers Integration: Zuletzt konnte einem Sebastian Maier fast schon leidtun. Der 18-Jährige kam stets ins Spiel, wenn es für 1860 nicht lief. Dass ein unerfahrener Jüngling wie der freche Landshuter ein Spiel dann nicht allein rumreißt, überraschte kaum. Bald aber wird sich Maier länger beweisen dürfen. Vor allem, weil drei der vier Angriffspositionen (Volland, Rakic, Aigner) von Profis besetzt sind, die nächstes Jahr entweder weg sind oder deren Verbleib ungewiss ist. Geschäftsführer Robert Schäfer sagt: „Wenn sich ein Basti Maier als Stammspieler etabliert, hätten wir es bei der Auswahl der offensiven Neuzugänge leichter.” Maurer dazu: „Ein Thomas Häßler hat mit 18 auch nicht immer gespielt.” Maiers Problem: Am wohlsten fühlt er sich als Zehner, Maurer aber meint: „Als zentraler, freier Spieler müsste man dazu herausragend sein. Das kann man von einem 18-Jährigen schwer erwarten.”

 

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