TSV 1860 verliert gegen FC Bayern II Aufstieg in Gefahr: Vier Löwen-Schwächen machen Sorge

Der TSV 1860 nach der Derby-Pleite gegen den FC Bayern II. Foto: sampics/Augenklick

Der TSV 1860 verliert nach ganz schwachem Auftritt das Derby gegen den FC Bayern II. Wie sollen die Löwen dann in der Relegation bestehen? Das Spiel zeigt vier gravierende Schwächen auf.

 

München - "Wie sollen wir so nur die Relegation gewinnen?" Diese Frage war am Sonntagabend im Löwen-Umfeld reihenweise zu hören. An der Grünwalder Straße, wo nach dem 1:3 gegen den FC Bayern II tausende Fans enttäuscht davonzogen, war auch der Satz zu hören: "So brauchen wir erst gar nicht nach Saarbrücken fahren."

Spieler des TSV 1860 konsterniert

Es waren Simmungseindrücke, freilich. Doch auch die Spieler des TSV 1860 waren sehr selbstkritisch und erstmal konsterniert. "Sie reißen sich 90 Minuten lang den A…. für uns auf und dann sehen sie solch eine Leistung von uns", meinte Christian Köppel mit Blick auf die Fans: "Wir müssen jetzt für diese Leistung geradestehen. Vielleicht war das nochmal ein Weckruf, dass wir uns zamreißen müssen."

Nicht zuletzt mit Blick auf die Relegation Ende Mai beim und gegen den 1. FC Saarbrücken. Die AZ analysiert das Derby und zeigt vier markante Schwachstellen auf: 

1. Bierofka gefordert: Mangelnder Glaube

"Wir haben das Spiel ganz klar in der ersten Halbzeit verloren", sagte Löwen-Coach Daniel Bierofka hinterher: "Wir haben nicht die Intensität und den Glauben auf den Platz gebracht, um den FC Bayern zu schlagen." Das sei kein Derby von Sechzig gewesen, sagte Spielmacher Timo Gebhart, der nach Monaten Verletzungspause sein Comeback gab - und sich gleich mit den Bayern-Spielern anlegte.

"Sie haben uns die ganze Zeit hergespielt und wir haben uns nicht gewehrt", monierte Köppel unumwunden. Doch warum fehlte der Glaube? Motivation ist bekanntlich Aufgabe des Trainers, Bierofka für die Erfüllung dieser hinreichend bekannt. Oder waren die Löwen schlicht zu nervös? Am Sonntag rätselten die Spieler noch selber.

2. FC Bayern II zeigt: Passivität bei spielstarkem Gegner

Die Sechzger waren ferner nicht in der Lage, das Spiel zu machen. Von ein paar Mini-Chancen in der ersten Halbzeit abgesehen. Stattdessen wirkten sie beim schnellen Kombinationsspiel der Bayern fast schon passiv. Vor allem waren sie mit den schnellen Positionswechseln der "Roten" teils völlig überfordert. So hätte es zur Halbzeit gut und gerne 4:0 für die Bayern stehen können.

"Sie waren uns spielerisch klar überlegen", analysierte Abwehrchef Jan Mauersberger. Und Gebhart warnte eindringlich: "In der Relegation wird auch ein starker Gegner kommen. Wenn wir so spielen wie heute, haben wir dann keine Chance."

3. Ohne Gebhart kein Spielgestalter

Ein Zitat von Bierofka macht Sorgen: "Wir haben nicht die Spieler, die ein Spiel entscheiden können. Timo ist aber immer für ein Tor gut." Linie, Struktur, Übersicht - es fehlte so vieles gegen das nunmehr beste Team der Rückrunde. Alle Hoffnungen ruhen nun auf Gebhart.

Doch der 29-jähige Allgäuer konnte erst eine Viertelstunde mitwirken, leistete sich zudem vor dem 1:3 den entscheidenden Ballverlust. Am Montag absolvierte der Leader Sprinteinheiten im Training. Die Löwen hoffen nun, dass der Stratege rechtzeitig deutlich fitter und belastbarer wird. Ein anderer Spielgestalter ist ansonsten weit und breit nicht in Sicht.

4. Hohe Anfälligkeit über die Außen

Milos Pantovic und Felix Götze, Bruder von Weltmeister Mario Götze, machten in der ersten Halbzeit mit den Löwen über rechts was sie wollten. Beide Tore in Halbzeit eins wurden über diese Flanke vorbereitet, die die Sechzger einfach nicht geschlossen bekamen.

Mit Köppel im Spiel wurde es nach der Pause besser. Doch es war negativ überraschend, wie einfach sich die Löwen ein ums andere Mal nach dem selben Schema in Bedrängnis bringen ließen - Positionswechsel der Bayern rechts, Spieler ziehen nach innen, andere kreuzen, und völlig frei war die Seite für scharfe und gefährlich Flanken.

Saarbrücken hat mit Patrick Schmidt (19 Saisontore), der nach der Saison zum 1. FC Heidenheim (dann wohl zweite Liga) wechselt, und Kevin Behrens (18 Saisontore), der zum SV Sandhausen wechselt (dann ziemlich sicher zweite Liga), Stürmer, die nur auf solche Angriffe und Zuspiele warten. Die Sechzig-Schwachstellen - Behebung dringend erforderlich!

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