TSV 1860 Trainer-Suche: SOKO Löwen-Dompteur

Dieses Quartett will am Sonntag bei 1860 an die Macht: Vize-Kandidat Peter Helfer, Präsidenten-Kandidat Gerhard Mayrhofer und die beiden anderen Vize-Kandidaten Erik Altmann und Heinz Schmidt. Foto: sampics/AK

Wer wird Nachfolger von Alexander Schmidt beim TSV 1860? Der Kreis der Trainer-Kandidaten wird kleiner. Die AZ erklärt, wer weiter infrage kommt – und wann der Neue vorgestellt wird

 

MÜNCHEN - Das Essen schmeckte. „Wie immer”, sagte Sportchef Florian Hinterberger. Und so war Hinterberger – wie üblich – auch am gestrigen Montag gemeinsam mit Teammanager Florian Waitz beim Italiener „Campo d'Oro”. Diese dürfte dann allerdings deutlich ernster geworden sein, als auch TSV-1860-Geschäftsführer Robert Schäfer etwa eine halbe Stunde später dazu stieß. 60 Minuten lang saßen sie zusammen im Lokal. Über ihr Gesprächsthema braucht nicht lange zu spekuliert werden. Na klar, die Suche nach einem neuen Löwentrainer. „Noch ist nichts Seriöses zu verkünden”, erklärte Hinterberger. „Es haben sich ja auch schon genügend Leute dazu geäußert”, meinte er lächelnd.

Einen Nachfolger für Schmidt ist also noch nicht gefunden. Die AZ hat mit Vize Peter Helfer gesprochen – und klärt die wichtigsten Fragen:


Wer ist in die Suche eingebunden? Die am stärksten involvierten Akteure sind Schäfer, Hinterberger („er steht nicht zur Disposition”, sagt Helfer) und Vize-Präsident Helfer selbst. Sie sind die SOKO Löwen-Dompteure. Präsident Gerhard Mayrhofer ist im Dänemark-Urlaub (und bleibt es erst einmal), Investor Hasan Ismaik ist in Jordanien. „Wir stehen aber mit allen im engen Kontakt. Ob mit Gerhard Mayrhofer oder Herrn Ismaik. Und auch sein Cousin Noor Basha ist eingebunden”, sagt Helfer. Er selbst führt fleißig Gespräche: „Ich habe in meiner Firma auch schon viele Bewerbungsgespräche geführt. Ich weiß also, welches Profil der Neue mitbringen muss.”


Gibt es einen Nachfolger in Ismaiks Gnaden? Klar ist, dass die Löwen dieses Mal einen Trainer vorstellen wollen, der nach dem Gusto des Investors ist. Das war Schmidt nicht, wie Helfer betont: „Ich denke mal, der Investor war froh, dass der Trainer weg ist. Er war ihm ja schon länger ein Dorn im Auge. Letztlich muss man sagen, dass Herr Ismaik wohl Recht mit seiner Einschätzung hatte.” Hoppla, so harmonisch? „Ja, das Verhältnis hat sich in letzter Zeit total entspannt. Es gab noch nie eine derart enge Zusammenarbeit mit allen Beteiligten wie jetzt.”


Bis wann soll ein Nachfolger feststehen? Dank der Länderspielpause haben die Löwen etwas mehr Zeit als üblich. Dennoch: Einen Nachfolger soll es zügig geben. „Wir wollen bis Mitte der Woche Ergebnisse präsentieren”, sagt Helfer. „Zunächst müssen wir uns mit den Kandidaten treffen. Nur übers Telefon geht das nicht.”


Magath, der Wunschkandidat von Ismaik? „Ich weiß nicht, ob das Treffen stattgefunden hat, von dem in den vergangenen Tagen immer wieder zu lesen war. Aber es wird ganz sicher nicht so weit kommen, dass wir ihn bezahlen. Das ist für 1860 nicht finanzierbar”, sagt Helfer. Was aber, wenn Ismaik zahlt? „Felix Magath geht nur mit dem Investor, ganz klar.” Wenn Ismaik Ex-Meistermacher Magath wirklich will, wäre der ehemalige Bayern-Trainer plötzlich der Top-Kandidat – und die angestrebte große Lösung. Am Sonntag hatte Magath in einem ersten Statement allerdings wenig Interesse bekundet: „Kein Thema.”


Wer wird’s mit Sicherheit nicht? Lothar Matthäus wurde schon ausgeschlossen. Jetzt legt Vize-Präsident Helfer nach: „Auch Thomas Schaaf kommt nicht infrage.” Bremens Urgestein – nicht der Richtige für 1860. Das dürfte auch für Heiko Vogel gelten, der aus Bayern stammende Ex-Basel-Coach hat ebenfalls keine Zweitliga-Erfahrung. Dass es auch kein Ausländer werden soll, schränkt die Kandidaten-Liste weiter ein: Lorenz-Günther Köstner, Friedhelm Funkel, Franco Foda und der frühere Pauli- und Köln-Coach Holger Stanislawski.

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