TSV 1860 Stoppelkamp auf Schlingerkurs

Moritz Stoppelkamp muss gegen seinen Ex-Klub Duisburg zielstrebiger werden, fordert Trainer Maurer. Der Spieler selbst sagt: "Ich bin noch nicht mit mir zufrieden."

 

MÜNCHEN - Eine Mischung aus einem Zebra und einem Löwen hat die Tierwelt ja bislang noch nicht hervorgebracht. Und wenn doch, dann müsste man sie sich wohl so vorstellen: Nach oben gerichtetes Haupthaar, klarer Blick, Bartstoppel im Gesicht.

Mit anderen Worten: so wie Moritz Stoppelkamp, der früher fünf Jahre lang in der Jugend der Zebras des MSV Duisburg ausgebildet wurde und seit diesem Sommer ein Löwe ist. An diesem Freitag (18 Uhr, Sky und Liga total live) geht es für den Münchner Neuling gegen den Klub seiner Geburtsstadt.

"Ich habe dort das Fußballspielen gelernt und habe das Zebra auch noch ein bisschen im Herzen. Ich finde es natürlich blöd, dass Duisburg zuletzt nur verloren hat. Aber jetzt bin ich ein Löwe – das überwiegt”, sagt der 25-Jährige.

Für seinen Trainer Reiner Maurer steht fest: "Moritz will seinem Stammverein mal zeigen, was für einen Spieler sie früher mal hatten. Er will zeigen, was aus ihm geworden ist.” Stoppelkamp will also. Doch genau das war zuletzt auch das Problem. Denn Stoppelkamp wollte stets zu viel.

"Er arbeitet wie ein Verrückter für die Mannschaft”, lobt ihn zwar Sportchef Florian Hinterberger. Doch er sagt auch: "Moritz muss zielstrebiger werden.”

Maurer ergänzt: "Er verlangt unheimlich viel von sich und so spielt er auch. Er wollte hier ja unbedingt die Nummer 10 haben und sich der Verantwortung stellen. Er will unbedingt eine Führungsrolle einnehmen, weil er ja auch aus der ersten Liga gekommen ist. Aber bei 1860 ist das gar nicht so leicht.”

Stoppelkamp gesteht: "Ich bin noch nicht mit mir zufrieden. Ich habe mich noch nicht so eingefunden, wie ich das wollte. Ich hoffe, dass ich jetzt im Heimspiel mal einen reinmache und dass dann den Knoten platzt. Ich arbeite viel, ich laufe viel, aber noch fehlt das Glück.” Tatsächlich läuft Stoppelkamp viel – sogar zum Training und zurück.

Der Sommerzugang hat nun eine Wohnung ganz in der Nähe der Grünwalder Straße bezogen und kommt oft zu Fuß zur Arbeit. Maurer sagt, bezogen auf Stoppelkamps Spiel und nicht auf dessen Arbeitsweg: "Er muss sich auch mal ein bisschen zurücknehmen und lernen, dass er nicht jeden Weg gehen kann. Er braucht noch einen besseren Rhythmus, aber generell bin ich sehr zufrieden mit ihm.”

Die Sache mit dem Rhythmus bestätigt auch Sturmpartner Benny Lauth, der Stoppelkamp zwar "viel Arbeit und viel Willen” zuspricht, aber auch sagt: "Er sollte sich nicht zu sehr unter Druck setzen.”

Darum sei an Stoppelkamps ersten Satz erinnert, den er nach seinem Wechsel aus Hannover zu den Löwen sagte: "Manchmal ist ein Schritt zurück der bessere Weg.”

Neben Stoppelkamp hat ja auch Necat Aygün früher schon mal für Duisburg gespielt. Doch um ihn steht es nicht sonderlich gut – nach seiner Kapselverletzung am linken Knöchel sagt Maurer: "Sein Einsatz ist sehr fraglich.” Aygün selbst erklärte am Donnerstag, nachdem ihm Wirtin Christl zugerufen hatte: "Mach' uns keinen Kummer!”: "Keine Sorge, ich doch nicht.”

 

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