TSV 1860 Schäffler schockt die Löwen

Kein euphorischer Jubel: Manuel Schäffler mit Duisburg-Trainer Milan Sasic (r). Foto: dpa

MÜNCHEN - Nur 1:1 gegen Duisburg: Und ausgerechnet ein ausgeliehener Löwe trifft gegen den TSV 1860 München. Auf dem Transfermarkt könnte im Endspurt bei 1860 noch etwas passieren.

 

War's das? Der TSV 1860 München hat in der 2.Fußball-Bundesliga wohl seine letzte Aufstiegschance vertan.Ausgerechnet der von den „Löwen“ ausgeliehene Manuel Schäffler sorgtebeim 1:1 (1:0) am Samstag im Heimspiel gegen den MSV Duisburg für dasglückliche späte Ausgleichstor der Gäste. „Wir waren die klar bessereMannschaft. Es hätte nur einen Sieger geben dürfen. So haben wirwieder zwei Punkte liegengelassen“, stöhnte Trainer Reiner Maurer.

Es war nicht das erste Mal in dieser Saison, dass sich dieSechziger „für eine gute Leistung nicht belohnt“ haben, wie Maurerbeklagte. Vor nur 15 000 Zuschauern hatte Torjäger Benjamin Lauth(42.) die lange Zeit klar überlegenen Sechziger mit seinem zehntenSaisontreffer in Führung geschossen. „Wir werden am Ende bitterbestraft“, kommentierte der Ex-Nationalspieler. Mit 29 Punkten habendie Löwen den Anschluss an die Aufstiegsplätze verpasst.

„Es hat sich gerächt, dass wir vorne die Tore nicht gemachthaben“, meinte Abwehrspieler Stefan Buck. Chancen dazu waren genugvorhanden. „Allein Djordje Rakic hatte genug Möglichkeiten, den Sackzuzumachen“, kritisierte Maurer den eingewechselten Angreifer.

Bei Duisburg dagegen stach der „Joker“ – und es war ausgerechnetSchäffler. „Klar, war es ein besonderes Spiel. Jeder gibt hundertProzent für den Verein, für den er gerade spielt“, erklärte der20-Jährige. Schäffler versagte sich nach seinem Treffer gegen seinenStammverein in der 86. Minute „einen euphorischen Jubel“. Genugtuungempfand er dennoch: „Für mich war es schön, dass ich ausgerechnetgegen die Löwen mein erstes Saisontor erzielt habe.“

Die Duisburger traten mit der Euphorie des Einzugs in dasDFB-Pokal-Halbfinale in München an. Ihnen war allerdings derKräfteverschleiß des 2:0-Sieges gegen den 1. FC Kaiserslauternanzumerken. Aber allein Lauth traf für die Löwen aus elf Metern miteinem Rechtsschuss. „Es war ein guter Auftritt von uns, aber wirhaben nur einen Punkt geholt“, kommentierte Lauth enttäuscht.

Bis zum Ablauf der Transferfrist an diesem Montag könnte sich beiden finanziell angeschlagenen Löwen noch einiges tun. Es sei „gutmöglich, dass noch etwas passiert“, sagte Sportchef Miroslav Stevic.Die Gespräche von Mathieu Beda mit dem FC Zürich seien weit gediehen.Emanuel Biancucchi könnte nach Italien zu Cesena ausgeliehen werden.Abwehrspieler Mate Ghwinianidze soll ein „gutes Angebot“ (Stevic) ausOsteuropa vorliegen haben. Und Youngster Tarik Camdal könnte zuBesiktas Istanbul wechseln. „Auch das kann gut sein“, sagte Stevic.

(dpa)

 

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