TSV 1860 plant Dritte Liga Adriano Grimaldi: Das ist der neue Löwen-Knipser

, aktualisiert am 11.06.2018 - 18:32 Uhr
Verließ Preußen Münster Ende der Saison 2017/18: Adriano Grimaldi. Foto: imago/Kirchner-Media

Der TSV 1860 verpflichtet Torjäger Adriano Grimaldi - und damit den Wunschspieler von Coach Daniel Bierofka. Die AZ stellt den neuen Löwen vor.

München - Daniel Bierofka hat seinen Wunschstürmer: Adriano Grimaldi. Der 27-jährige Angreifer wechselt zur Saison 2018/19 zum TSV 1860 nach Giesing. Am frühen Montagabend unterschrieb der niedersächsische Stürmer beim Aufsteiger aus München.

Mit seinen Toren soll er nun mithelfen, die Sechzger möglichst schnell in der Dritten Liga zu etablieren. Sein Weg im Profifußball war nicht einfach, Grimaldi gilt als eine Art "Spätzünder". Und dennoch bringt er ein entscheidendes Kriterium für den Bierofka-Fußball mit. Die AZ stellt den neuen Löwen vor...

Adriano Grimaldi, der "Spätzünder"

Sein Werdegang: Grimaldi brauchte mehrere Anläufe - und Klubs -, ehe er sich wirklich durchsetzen konnte. Ausgebildet wurde der deutsche Stürmer mit italienischen Wurzeln in der Jugend von Hannover 96. Von der Zwischenstation FSV Mainz 05 II ging es für den Niedersachsen zu Fortuna Düsseldorf.

In der 2. Liga konnte er sich jedoch nie durchsetzen. Sowohl bei diesem Engagement nicht, als auch in der Saison 2014/15 nicht beim 1. FC Heidenheim. In 33 Zweitligaspielen gelangen ihm nur drei Tore und zwei Vorlagen. So richtig startete Grimaldi erst bei Preußen Münster in der Dritten Liga und in der Rückrunde der Saison 2016/17 durch, nachdem ihn bis Anfang 2017 immer wieder Verletzungen zurückgeworfen hatten - zwölf Treffer standen am Ende einer Saison mit vielen Auf und Abs.

In der vergangenen Spielzeit stieg er letztlich zum Kapitän und Leitwolf der Münsteraner auf, machte 15 Tore und überzeugte vor alem in der zweiten Saisonhälfte, als er in zehn Spielen ebenso oft traf.

Adriano Grimaldi, der Charakterkopf

Sein Charakter: Grimaldi gilt als das im Fußball-Jargon so gerne bemühte "Mentalitätsmonster" - und als ein "Charakterkopf". Ganz nach dem Gusto von Bierofka.

"Wir waren besser, wir waren aggressiver und zielstrebiger", erklärte Grimaldi einmal das Auftreten seiner Mannschaft und benutzte eine bewusst pathetische Wortwahl: "Das darf kurz genossen werden. Dann müssen wir diese Leistung bestätigen, bestätigen und nochmal bestätigen." Auf seinem Instagram-Account sind derweil pathetische Sprüche zu lesen, zum Beispiel "Glück ist kein Erfolg" oder mit einem Hashtag: "Wenn es einfach wäre, würde es jeder machen."

Grimaldi ist indes so sehr Charakterkopf, dass er auch mal aneckt. Den "Westfälischen Nachrichten" schilderte er einmal, dass er und sein Ex-Trainer Marco Antwerpen sich hätten erstmal kennenlernen müssen. Antwerpen erzählte wiederum, er habe Grimaldi vor dessen eigenen Ansprüchen schützen müssen, als er ihn wiederholt nur auf die Bank setzte.

Grimaldi habe zu viel nachgedacht und zu viel Verantwortung übernehmen wollen, meinte der Coach damals, der Stürmer habe zu viel erzwingen wollen. Aber auch in solchen Phasen bewies der Neu-Löwe stets Nehmerqualitäten.

Ein Beispiel: "Gedanken habe ich mir darüber keine gemacht", sagte er zu mehreren vergebenen Großchancen. "Groß nachdenken in solchen Situationen, das üben wir nicht. Wir wollen zielstrebig das Tor machen." Dass er sich gerne mit seinen Vereinen identifiziert, dürfte nicht zuletzt den Löwen-Fans gefallen.

In Münster sagte er über Heimspiele: "Wir haben es geschafft, aus unserem Zuhause eine Festung zu machen. Das wird uns auch so schnell nicht mehr genommen."

Adriano Grimaldi, der Stoßstürmer

Sein Fußball: 1,88 Meter groß, muskulös, smart mit Bart, spielt Grimaldi einen keinesfalls smarten Fußball. Meist bricht er explosiv in den Sechzehner, versucht, ein Tor regelrecht zu erzwingen. Für ihn spricht, dass er Vollstrecker und Vorbereiter zugleich ist. So legte er in der vergangenen Saison auch sieben Tore auf.

Grimaldi läuft ferner in einem Spiel sofort heiß, braucht keine Anlaufzeit. Gegen Rot-Weiß Erfurt traf er in der vergangenen Spielzeit beim 5:0 zwei Mal innerhalb von nur zwanzig Minuten, als er als Joker von der Bank kam. Einst hing ihm die Kritik nach, ein "Chancentod" zu sein. Doch diesen Makel hat er längst behoben. Jetzt hoffen auch die Sechzig-Fans auf seine Tore.

Lesen Sie hier: Stefan Aigner äußert sich zu Söldner-Vorwürfen

 

12 Kommentare

Kommentieren

  1. null