TSV 1860 Nullnummer in Oberhausen: Löwen ohne Killerinstinkt

Nullnummer in Oberhausen: Der Oberhausener Ronny König (r) und der Münchner Florin Lovin kämpfen um den Ball Foto: dpa

OBERHAUSEN - Nachdem Ignjovski Gelb-Rot sieht, kommt der TSV 1860 in Oberhausen mit zehn Mann zu einem 0:0 – und ist damit nicht zufrieden. Maurer: „Wir hätten gewinnen müssen“

 

Mehr als eine Woche lang hatten sich die Löwen mit dem Dauerthema um den verschollenen Stürmer Savio Nsereko beschäftigen müssen, am Sonntag war es damit zumindest für einen Tag lang vorbei. In Oberhausen wollten die Sechzger ihren Aufwärtstrend der letzten Wochen fortsetzen, am Ende nahm der TSV 1860 beim 0:0 zwar einen Punkt mit – den erhofften Sturm in Richtung Aufstiegsplätze haben sie damit aber nicht fortgesetzt.

„Wir müssen mit dem Unentschieden leben – aber wir hätten aufgrund der zweiten 45 Minuten gewinnen müssen“, sagte 1860-Coach Reiner Maurer. Sein Team wolle da weitermachen, wo sie vor zwei Wochen beim Heimsieg gegen Union Berlin aufgehört hatten. 1860 kam in der Anfangsphase durch Verteidiger Stefan Buck auch gleich zu Chancen: Der 30-Jährige setzte einen Kopfball knapp drüber (3.), scheiterte dann mit einem Freistoß an RWO-Keeper Sören Pirson (14.), der auch einen Schuss von Stefan Aigner parierte (21).

Trotzdem gelangen den Löwen kaum ansehnliche Kombinationen nach vorne. Vielleicht war es ja doch ein Fehler von Trainer Reiner Maurer, den spielstarken Jüngling Moritz Leitner diesmal auf die Bank zu setzen und dafür Florin Lovin eine neue Chance zu geben. „Moritz hat drei Spiele für die U19-Nationalmannschaft in wenigen Tagen gemacht, die haben Kraft gekostet“, erklärte Maurer seine Entscheidung vor Anpfiff.

Kurz nach der Pause der Schock: Zum wiederholten Male kam Aleks Ignjovski im Zweikampf zu spät, er musste nach einem Foul an Kasachstans Nationalspieler Heinrich Schmidtgal mit Gelb-Rot vom Feld (49.) . Von Trainer Maurer wird er auch noch was zu hören bekommen haben, der hatte ihn schon in der Halbzeit gewarnt. „Ich hatte ihm schon vorher gesagt, dass er vorsichtig sein soll. Doch er ist ein junger, ehrgeiziger Spieler. Da passieren Fehler mal.“

Doch die Unterzahl machte den Löwen gar nichts. Plötzlich besannen sie sich auf ihre Angriffsstärke und kamen, angetrieben vom eingewechselten Moritz Leitner, zu guten Möglichkeiten. Aigner verzog nach Lovin-Pass knapp (67.) und hämmerte dann einen 20-Meter-Knaller an die Querlatte. Doch schafften es die Sechzger nicht, sich die alles entscheidende Chance herauszuspielen. Und da auf der anderen Seite die Oberhausener fast nur durch Fehler auffielen, waren es für die Löwen eher zwei verlorene als ein gewonnener Punkt. Und das trotz der fast 40-minütigen Unterzahl. Das sah auch 1860-Stürmer Benny Lauth so: „Zu zehnt einen Punkt zu holen, ist ja okay. Aber wir waren die bessere Mannschaft, hatten die besseren Chancen – und deswegen hätten wir auch gewinnen müssen.“

Auch Trainer Maurer wusste um die vertane Chance: „Wir haben gezeigt, dass wir auch zu zehnt eine sehr gute Mannschaft sind – am Ende hat uns der Killerinstinkt gefehlt.“

Marco Plein

 

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