TSV 1860 München ohne Glück Nullnummer gegen Meppen: Bierofkas verhinderte Helden

Musste seine Mannschaft aufbauen: Löwen-Kapitän Felix Weber. Foto: imago

Bei der Nullnummer gegen Meppen werden zwei Tore der Löwen nicht anerkannt. "Lächerlich", sagt Timo Gebhart dazu.

 

München - Es ist die 37. Minute, Grünwalder Stadion: Timo Gebhart köpft in die Maschen und läuft jubelnd auf die Westkurve zu. Mit erhobenem Finger, nach dem Motto: "Ich schenke euch dieses Tor!" Zu seinem Pech hat auch der Linienrichter die Fahne gehoben: Treffer zählt nicht.

45. Minute: Aaron Berzel springt über die Bande und reißt vor den treusten 1860-Anhängern seine Arme hoch. Auch er hat per Kopf getroffen – und auch er wird zurückgepfiffen.

Ein Spiel der verpassten Möglichkeiten

Das magere 0:0 des TSV 1860 am fünften Spieltag der Dritten Liga gegen den SV Meppen, es war ein Spiel der verpassten Möglichkeiten. Ein Spiel des Löwen-Frusts vor "nur" 14.500 Zuschauern. Erst zum zweiten Mal seit der Rückkehr nach Giesing war das Grünwalder Stadion in einem Ligaspiel nicht ausverkauft. Gebhart schlug seine Hände über dem (kahlgeschorenen) Kopf zusammen, nachdem er jäh aus seinem frenetischen Torjubel gerissen wurde. Die umstrittene Schiedsrichter-Entscheidung bezeichnete er später als "lächerlich".

Es folgte Berzel, der seiner Wut mit einem Tritt gegen jene Bande freien Lauf ließ, über die er zuvor gehüpft war. "Wir waren heute klar die bessere Mannschaft, die spielbestimmende Mannschaft. Wir haben Tore geschossen, die dann leider nicht gezählt haben", resümierte Berzel über die letztlich geringe, zu geringe Ausbeute und fünf Punkten nach fünf 1860-Spielen.

Kollege Gebhart brachte es kurz und knapp auf den Punkt: "Wir hätten gewinnen müssen." Es hätte der Tag der beiden zurückgekehrten Publikumslieblinge werden können, und das wäre ein Ding gewesen: Gebhart, nur mit der Hilfe von Investor Hasan Ismaik finanziert. Berzel, nur von privaten Gönnern zurückgeholt. Gebhart und Berzel – das verhinderte Helden-Duo.

TSV 1860: Gebhart mit Startelfdebüt

Vor allem für den Spielmacher wäre es ein Traum-Auftakt gewesen: Nach anfänglich fehlender Fitness feierte der 30-Jährige sein Startelfdebüt. Eines mit Licht und Schatten. "Es war gut für mich, von Anfang an zu spielen. Da bekommst du die Power", sagte er und gestand selbstkritisch, dass seine Kräfte durchaus noch etwas anwachsen müssen: "Vielleicht brauche ich noch drei, vier Spiele. Ich habe noch Luft nach oben. Auch was die Endgeschwindigkeit, die Spritzigkeit und die Laufwege betrifft."

Trainer Daniel Bierofka erklärte über seinen Spielmacher: "Timo hatte gute Aktionen nach vorne, aber ab der 70. Minute ist ihm ein bisschen die Luft ausgegangen. Aber er wird der Spieler werden, der uns weiterhilft."

Nur die Punkte fehlen noch

Weiterhelfen würde Sechzig, spielerische Überlegenheit und Torchancen in Zähler umzumünzen. Fazit Berzel, der nur durch Dennis Erdmanns Erkrankung in der Startelf stand: "Natürlich fehlen uns die Punkte. Wir müssen die Situation so annehmen, wie sie ist", sagte der Abwehrspieler über Bierofkas Ansage vor dem Spiel, gewonnene Heimspiele seien die Basis für erfolgreichen Abstiegskampf: "Es bringt nichts, mit verschenkten Punkten zu rechnen. Stand heute haben wir fünf Punkte und jetzt gilt es, nächste Woche die nächsten drei zu holen."

Dann muss Sechzig am Samstag beim 1. FC Magdeburg antreten, den Auswärts-Doppelpack komplett macht die Fahrt eine Woche später zum Chemnitzer FC.

Lesen Sie hier: Bierofka hat kein Verständnis - aber auch keine Ausrede

 

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