TSV 1860 München Löwen-Trainer Moniz macht sich Druck: „Dann bist du als Coach der Fehler“

Löwen-Trainer Ricardo Moniz macht sich nach dem schwachen Start in der 2. Liga mächtig Druck. Foto: dpa

Zwei Niederlagen in der Liga und ein knapper sieg im Pokal. Löwen-Trainer Moniz wettert gegen die Mannschaft – und setzt sich selbst unter Druck: „...dann bist du als Coach der Fehler“

 

München - Vor der Saison hatte Ricardo Moniz als neuer Trainer beim TSV 1860 noch die Meisterschaft angekündigt. Vollmundig, selbstbewusst und mit totaler Überzeugung. Nun sind zwei Spieltage vorbei – und die Löwen stehen nach den Pleiten in Kaiserslautern und gegen RB Leipzig mit null Punkten im Tabellenkeller.

Da stellt sich die Frage, ob Moniz sich und seine Mannschaft überschätzt hat. Nein, sagt der Niederländer! „Ich bin verantwortlich und habe aus einer normalen Ambition heraus gesagt, wir müssen uns das höchste Ziel setzen, die Meisterschaft. Das habe ich ernst gemeint!“ Moniz lässt sich nicht abschrecken. Der Löwen-Coach verteidigt seine hohen Ziele und versucht, alles auszumerzen, was der Zielerreichung möglicherweise im Weg steht – falls es dumm läuft, auch sich selbst.

Moniz wettert gegen das Umfeld:

„Wir dürfen uns nicht verstecken! Es kotzt mich ein bisschen an, diese Schauspielerei. Man muss sagen, wie es ist!“ Kein Understatement, keine Zweifel, in anderen Worten: Die Löwen haben nach wie vor den Anspruch, endlich wieder in die Bundesliga zurückzukehren. Es muss ja im Übrigen nicht die Meisterschaft sein: Platz zwei oder der dritte Rang und das Weiterkommen über die Relegation würden ja notfalls auch ausreichen.

Moniz rügt die Mannschaft:

Die Löwen haben in allen Mannschaftsteilen nachgerüstet, doch von den Neuzugängen überzeugt bisher lediglich Rubin Okotie. Der österreichische Knipser ist alleine für alle vier bisherigen Löwen-Tore verantwortlich, seine Kollegen müssen sich noch steigern: „Wir erzeugen immer noch zu wenig Torgefahr. Okotie ist der Einzige, der Torgefahr ausstrahlt. Fällt Okotie aus, hast du nix! Der Rest ist ein bisschen limitiert.“ Im Training am Mittwoch-Vormittag ließ Moniz wie in den meisten Einheiten zuvor vermehrt den Torabschluss trainieren, um dieses „Wie-schieße-ich-den-Ball-ins-Tor“-Limit etwas anzuheben.

Moniz fordert Verstärkungen:

Der 50-Jährige wird nicht müde, seine gewünschten zwei Stürmer zu fordern: „Wir brauchen verschiedene Spielertypen, die unsere Torstatistik verbessern können. Am besten einen kompletten Stürmer.“ Zu einem Schnell-Transfer sagte Moniz: „Vor dem Spiel in Heidenheim wird es nicht mehr klappen, aber hoffentlich schon sehr bald danach.“ Wie schon mehrmals erwähnt, wünsche sich Moniz „einen Mittelstürmer und eine Rechtsaußen“.

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Moniz gegen sich selbst:

Der Trainer spielt ein gefährliches Spiel: Seine Aussage vor einigen Wochen, dass man ihn nach vier Niederlagen in Serie entlassen müsse, bekräftigte er noch einmal: „Wenn du viermal verlierst, bist du als Coach der Fehler und musst gehen. Das gehört sich so in einem Verein mit dieser Tradition und diesen Erwartungen.“ Noch zwei Pleiten also, dann wäre schon Schluss für Moniz. Der Trainer macht sich selbst den größtmöglichen Druck.

Vielleicht können die neuen Stürmer Moniz bei seiner Zielerreichung unterstützen – mit Fließband-Toren. Die Löwen sollten sich tunlichst beeilen. Nicht, dass Moniz bei deren Verpflichtung schon nicht mehr da ist: Die Transferperiode endet am 2. September, zwei Tage nach dem Heim-Auftritt der Löwen gegen Darmstadt. Dann könnten sie in der Liga viermal am Stück verloren haben.

 

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