TSV 1860 München Bierofka: „Alle wissen, was jetzt zu tun ist“

Bierofka beim Abschied mit seinen Kindern. Foto: Rauchensteiner

Der Urlöwe spricht im AZ-Interview über die aktuelle Situation beim TSV 1860, den schwachen Start und seine Fußballerrente.

 

AZ: Herr Bierofka, wie viel Kontakt haben Sie, der Urlöwe, der von 2000 bis 2002 und von 2007 bis zum Rücktritt nach der vergangenen Saison bei den Sechzgern spielte, denn noch zum aktuellen Kader?

DANIEL BIEROFKA: Ab und zu telefoniert man mit den Spielern, ich habe ja noch mit einigen zusammengespielt. Aber wir haben dafür wenig Zeit, ich glaube, die Jungs haben ja auch selbst genug zu tun.

Das kann man nach dem schwachen Start wohl sagen. Die Löwen sind nach drei Spielen als Vorletzter noch ohne Sieg. Was läuft falsch?

Dazu werde ich mich nicht äußern. Ich bin nicht mehr dabei und weiß auch nicht, was intern passiert. Da was von außen zu sagen, ist immer kontraproduktiv.

Also braucht die Mannschaft in erster Linie Ruhe?

Ich meine, das haben sie ja. Die Unruhe kommt von außen. Ich glaube, dass alle Beteiligten wissen, was sie zu tun haben. Es war ein relativ großer Umbruch mit vielen neuen Spielern, die müssen sich erst mal an die Zweite Liga gewöhnen. Dass es am Anfang noch nicht so rund läuft, das war vielleicht so nicht zu erwarten. Damit muss man jetzt einfach umgehen und dann wird man da auch wieder raus kommen. Denn die Qualität hat die Mannschaft, davon bin ich überzeugt.

Wie schwer fällt es nach über 14 Profi-Jahren, nun doch in Fußballerrente zu sein?

Irgendwann ist immer der Zeitpunkt gekommen. Am Anfang war es nicht leicht, aber ich habe mittlerweile genug zu tun. Ich bin ja Co-Trainer der U16, habe ein großes Aufgabenfeld, in das ich hineinwachsen muss. Da bleibt momentan keine Zeit, um über andere Dinge nachzudenken.

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Wie sieht die tägliche Co-Trainerarbeit aus?

Ich muss das Training vorbereiten, bei den Spielen sein. Aber es gehören auch andere Sachen dazu, wie die Pflege von Datenbanken und Videoanalysen. Es ist ein breit gefächertes Aufgabenfeld. Am Anfang war es eine Riesen-Umstellung, aber ich bin gut reingewachsen.

Hand aufs Löwenherz, macht’s Spaß?

Man steht mit den Spielern ein bis zwei Mal am Tag auf dem Platz. Das macht wirklich Spaß, da könnte ich mir momentan auch nichts anders vorstellen.

Ihr Vater war einst bei den Löwen, Sie haben selbst den Großteil Ihrer Karriere bei 1860 verbracht. Wird ihr siebenjähriger Sohn David Bierofka auch mal für die Löwen auflaufen?

David war einmal im 1860-Fördertraining mit dabei und hat sich das angeschaut. Aber momentan ist es erst einmal wichtig, dass er in der Schule gut ist. Wenn er sich ordentlich weiterentwickelt, schauen wir, wo der Weg hingeht.

 

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