TSV 1860 „Mit dem Fußball war’s das wohl“

Manfred Stoffers braucht jetzt erstmal Abstand von 1860. Foto: sampics

Hier begründet Manfred Stoffers den Rücktritt. Er ist traurig und will nun Urlaub machen.

 

AZ: Herr Stoffers, nach Ihrem Rücktritt haben Fans am Trainingsgelände Pro-Stoffers-Transparente aufgehängt.

MANFRED STOFFERS: Das will ich ehrlich gesagt gar nicht wissen. Damit will ich mich jetzt gar nicht beschäftigen, ich würde am liebsten auch gar nicht mehr über meinen Rücktritt sprechen. Ich bin traurig genug.

So einfach kommen Sie nicht davon! Gab es wirklich keinen anderen Weg?

Ich habe ihn nicht gesehen. Nach dem verlorenen Prozess muss der Klub das Gespräch mit dem FC Bayern suchen. Ich wäre dafür aber der falsche Mann. Nicht, dass ich zu stolz wäre, aber nach meinem forschen Auftreten gibt es sicher Menschen, die bessere Ergebnisse erzielen können.

Haben Sie nicht erwartet, den Prozess verlieren zu können?

Nein! Dafür hatten wir keine Anhaltspunkte. Der Prozessverlauf war für uns – bis zum Urteil – absolut positiv verlaufen. Aber das Gericht hat so entschieden. Das muss ich akzeptieren und die Konsequenzen ziehen. Am Ende war es eine rationale Entscheidung.

Die ganze Thematik ist doch emotional sehr aufgeladen.

Und eben darum ziehe ich mich als Verursacher dieser emotionalen Debatte zurück. Natürlich war ich forsch, wahrscheinlich zu forsch, aber es war meine Pflicht, mit aller Macht zu versuchen, die Kosten zu senken. Darum der Prozess.

Geht es dem Klub noch schlechter, als wir denken?

Nach dem jahrelangen Aderlass durch die für 1860 zu hohen Stadionkosten, kann man keinen Wohlstand erwarten. Sonst hätte es ja auch keinen Prozeß geben müssen. 1860 ist wie immer knapp bei Kasse, aber stabil oberhalb der Armutsgrenze. Das kann aber so nicht weiter gehen. Und genau deswegen gehe ich, übrigens ohne Selbstmitleid und ohne irgendwelche Ansprüche geltend machen zu wollen, weil ich Schaden vom Klub abwenden möchte und niemandem im Wege stehen möchte bei den Verhandlungen mit dem Lokalrivalen.

Wie geht es jetzt bei Ihnen weiter?

Keine Ahnung. Ich habe während meiner Zeit bei 1860 nicht wirklich Urlaub gemacht, das werde ich jetzt nachholen. Andererseits war es bei mir immer so, dass ich viel zu schnell nach dem Ende einer Aufgabe eine neue bekommen habe. Mit dem Fußball war es das aber wohl - oder auch nicht!?

Interview: Filippo Cataldo

 

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