TSV 1860 Maurers Anspruch: Erste Liga

Löwen-Coach Reiner Maurer Foto: sampics/AK

Der 1860-Trainer gibt sich bei der Spielersuche wählerisch: Nicht zu jung, nicht zu alt, tauglich für die Bundesliga – und mit langfristigen Verträgen. „Der Druck ist riesig, deswegen dauert es auch so lange”

 

München - Sie haben ja noch viele Wochen Zeit, und deswegen stört sich bei den Löwen auch niemand daran, dass das Interesse an ihnen im Moment ziemlich begrenzt ist. Nur drei Kiebitze sahen sich die Übungen der Sechzger am Morgen des dritten Trainingstags der Saisonvorbereitung an der Grünwalder Straße im Schmuddelwetter an. Ein bisschen kräftigen, ein paar Spielübungen, dann war es auch schon vorbei.

Weil nach wie vor kein einziger Neuling bei den Löwen mittrainiert, gibt es tatsächlich auch nicht so viel zu sehen beim TSV. Und daran sind sie selbst schuld – besser gesagt: Trainer Reiner Maurer. Weil der Allgäuer vor seiner dritten Saison bei 1860 nämlich enorm hohe Ansprüche an mögliche Zugänge stellt, dauert die Suche viel länger als erhofft. Frühestens am Sonntag solle der nächste Neuling vorgestellt werden, hieß es.

Ganz besonders wichtig ist Maurer dann auch wieder die Aussicht, mit dem nächsten Neuen nicht nur um den Aufstieg mitzuspielen – sondern mit ihm im Erfolgsfall auch in der Bundesliga bestehen zu können. „Bei allen Spielern, die wir holen wollen, müssen wir uns sicher sein, dass wir mit denen auch nach einem Aufstieg spielen könnten. Deswegen wollen wir langfristige Verträge machen”, erklärt Maurer, der dank der Etaterhöhung durch Investor Hasan Ismaik also schon für die Bundesliga plant. Und das, obwohl er dieser Tage nur mit einem Rumpfkader üben kann.

Sein Anforderungsprofil an Sportchef Florian Hinterberger für die Akquise der Neuen heißt: Die Kandidaten dürfen noch keine 30 Jahre alt sein, sie müssen die erste Liga noch vor Augen haben und sich langfristig zu den Löwen bekennen. Hinterberger: „Als ich hier vor einem Jahr angefangen habe, gab es fast nur sehr junge oder ältere Spieler. Aber die 26- oder 27-Jährigen, also die Spieler im besten Alter, hatten wir gar nicht. Wir wollen also auch durch eine Veränderung der Altersstruktur die Qualität erhöhen.” Zumal er gesteht: „Junge deutsche Spieler, die richtig gut sind, kriegen wir sowieso nicht.”

Höchstens mit einer Ausnahme: „Wir machen uns auch intensive Gedanken um Leihgeschäfte. Das können sehr attraktive Optionen für uns sein”, verdeutlicht Maurer, der womöglich dem Vorbild des 1. FC Kaiserslautern aus dessen Erfolgsjahr 2010 nacheifert. Denn damals stiegen die Pfälzer mit sechs Leihspielern im Kader auf (unter anderem Ivo Ilicevic und Sidney Sam).

Doch von jungen, bei Erstligisten noch nicht benötigten Spielern will sich Sechzig nicht abhängig machen. Noch lieber sind Profis im besten Alter, die eine neue Herausforderung suchen. So wie Moritz Volz. Darum sagt Maurer: „Wir wollen Spieler, die voll im Saft stehen. Deswegen schauen wir auch nur nach welchen, die noch im Zwanzigerbereich liegen. Wir müssen sie auch nach ganz harten Kriterien aussuchen, denn unsere Fans sprechen nun mal nur vom Aufstieg.” Und Hinterberger verdeutlicht: „Wenn ich einen richtig guten Mann im Visier habe, gehe ich dem nach wie ein Kettenhund. Der Druck, für den Verein die richtigen Leute auszusuchen, ist riesig. Deswegen dauert es auch so lange.” 

 

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