TSV 1860 Löwen: So war das irre Trainingslager

Moritz Stoppelkamp, Guillermo Vallori und Daniel Adlung machen Teammanager Florian Waitz nass (v.l.), Torwart Gabor Kiraly schauts aus sicherer Entfernung zu. Foto: sampics/AK

Canyoning, Schnitzeljgad, Wasserski, Turmspringen: Das ungewöhnliche Löwen-Trainingslager geht zu Ende. Was alles passiert ist, was es gebracht hat – und welches Fazit Trainer Alexander Schmidt zieht.

 

Bad Häring -  Das Ende ist schwarz auf weiß angekündigt. „20 Uhr Teambesprechung“ stand auf einem Zettel im Teamhotel – so ging am Freitag das irre Trainingslager des TSV 1860 zu Ende, mit einer Abschlusskundgebung ihres Trainers Alexander Schmidt ließen die Löwen die Tage von Bad Häring nochmal Revue passieren. Lagerkoller? Ausgepowerte Profis? Mitnichten! Schmidt und sein Team hatten alles, aber auch wirklich alles unternommen, um die Tage so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten.

Neun Tage zwischen Abenteuerspielplatz und Trainingsplatz – das Gaudi-Lager. Was hatten sie sich nicht alles einfallen lassen: Kaum angekommen, ging es für die Löwen rein in den Neoprenanzug, ab zum Canyoning. Zu deutsch: Schluchteln. Kletternd, springend, schwimmend und tauchend kämpften sich die Spieler durch eine Klamm. Richtig krachen ließen es die Sechzger tags drauf beim Turmspringen im Strandbad Kirchbichl. Der baumlange Rob Friend überzeugte mit Saltos vom Drei-Meter-Brett.

Nächste Einheit: Schnitzeljagd. Neu-deutsch: Geo-Caching. Irgendwo im Wald bei Kufstein ausgesetzt, mussten kleine Spieler-Trupps nur mit Hilfe eines Navigationsgeräts den Weg zurück finden. Zwischen der Einheiten warfen die Spieler immer wieder bunte Frisbees. Und am vorletzten Tag durften sich die Löwen beim Wasserski abreagieren. Wieder grandios: Rob Friend, der auf dem Wakeboard Kunststücke zeigte, die die Kollegen vor Neid erblassen ließen.

Trainiert wurde zwischendurch natürlich auch noch. Insgesamt zehn Trainingseinheiten absolvierten die Löwen auf dem Rasen der Sportanlage des SV Kirchbichl und mussten unzählige Stunden im Kraftraum des Teamhotels „Panorama Royal“ verbringen. Sportchef Florian Hinterberger jedenfalls zieht ein positives Fazit. „Wir haben die richtige Mischung gefunden“, sagt er. Doch was hat das Trainingslager am Ende gebracht?

Die wichtigsten Erkenntnisse:

MENTALITÄT Harmonie allenthalben! Das Team wirkt gelöst, es wird viel gelacht und geflachst, keiner kapselt sich ab. Das wirkt sich auf dem Platz aus. „Wir wirken viel gefestigter, sind verbissener, taktisch disziplinierter und schalten alle gemeinsam besser um“, sagt Schmidt. Allerdings gibt er zu bedenken, dass „wir in den kommenden Tagen erst sehen werden, wie gut die Harmonie in der Mannschaft wirklich ist, wenn es um die Plätze in der Startelf geht.“

NEUZUGÄNGE „Alle Neuen verstärken uns enorm“, sagt Schmidt über Sebastian Hertner, Yannick Stark, Daniel Adlung, Stephan Hain und Markus Schwabl. Schmidt: „Hertner hat Qualität, ist aber noch jung. Wir müssen mal abwarten, wie er psychisch damit umgeht, wenn das Stadion voll ist.“ Stark könnte die Rolle als Mittelfeld-Organisator ausfüllen. „Er hat eine enorme Qualität, ist spielerisch stark, hat nach vorne ein Auge und ist zudem noch torgefährlich“, lobt Schmidt, der ergänzt, dass „auch Hain in der bisherigen Vorbereitung richtig überzeugt hat“. Adlung sei „abgezockt“ und Schwabl „ein entwicklungsfähiger Spieler, der einiges drauf hat“.

AUFSTEIGER Bobby Wood machte schon am ersten Tag mit seinen zwei Toren gegen Zürich auf sich aufmerksam. „Bobby hat nochmal einen großen Sprung gemacht“, so Schmidt. Auch Moritz Stoppelkamp glänzt. „Stoppel ist hervorragend drauf im Moment“, lobt ihn sein Trainer, der auch Dominik Stahl attestiert, sich „im Vergleich zur vergangenen Saison jetzt noch einmal deutlich gesteigert“ zu haben.

 

8 Kommentare