TSV 1860 Löwen-Posse: Streit um Mayrhofer

Gerhard Mayrhofer schaut nicht bei der Mitgliederversammlung der Fußballer des TSV 1860 vorbei. Foto: sampics/AK

Die Versammlung der 1860-Fußballabteilung gerät zur Posse –  und der Präsident Gerhard Mayrhofer fehlt.

 

München - Normalerweise laufen Mitgliederversammlungen bei Fußballvereinen eher gemäßigt ab. Beim TSV 1860 ist mal wieder alles anders. Und das hat mit der Forderung eines Mitglieds zu tun.

Helmut Kirmaier prangert an, dass im Vorfeld der Wahl zum Präsidium vor einem Jahr Fehler passiert sind und Präsident Gerhard Mayrhofer – der am Sonntag bei der Versammlung fehlte – und seine Mitstreiter gar nicht rechtens im Amt sind. Weil 1860 bei der Bestellung von Hep Monatzeder zum Präsidenten offenbar Fehler im Vereinsregister machte. Und da Monatzeder zusätzlich auf der Versammlung durchfiel, hätte er nie zur Mitgliederversammlung laden dürfen.

„Die Mitgliederwahl ist total konträr zur alten Satzung, die aktiv ist, daher kann die Wahl nicht gelten“, sagt Richterin Weitnauer am Freitag.

Damit ist auch klar, dass der Verein bis zum 6. Juni teilweise beschlussunfähig ist. Dann wird bei Gericht über eine mögliche gütliche Einigung entschieden. Falls diese zustande kommt. Das heißt nicht, dass Sport-Geschäftsführer Gerhard Poschner zusammen mit Finanzchef Markus Rejek jetzt keine Spieler- oder Trainerverträge aushandeln könnten. Andere Baustellen müssen aber ruhen.

Wie beispielsweise die Renovierung eines Trainingsplatzes, die etwa 100000 Euro kosten würde. „Ich bin momentan etwas ratlos. Und ich unterschreibe ganze sicher keine Bauaufträge, für die ich nachher persönlich bezahlen muss“, sagte Vize-Präsident Heinz Schmidt am Sonntag.

Auch Markus Rejek wirkte alles andere als glücklich über die Situation. „Das ist doch alles absurd. Diese Leuten wollen dem Verein schaden. Dabei wird viel Geld verbrannt. Es geht darum, ob der Beirat des Vereins beschlussfähig oder nicht. Das lassen wir juristisch prüfen. Das ist ein komplexes Thema, auf das wir derzeit keine Antwort haben“, sagte Rejek.

Gerhard Mayrhofer, um den es bei dieser Löwen-Posse vor allem geht, fiel am Wochenende nicht nur mit Abwesenheit bei der Mitgliederversammlung auf, sondern auch mit einem seiner Facebook-Posts. Dabei ging es freilich um den Kirmaier-Prozess und die Frage nach einer Einigung: „Schaffen wir diese Einigung nicht, was nicht an uns liegen soll, dann steht unser Verein vor einem Scherbenhaufen. Dieses Risiko bewusst einzugehen, um formelle Fehler ehrenamtlich engagierter Mitglieder bei der Einladung zu Versammlungen nachzuweisen, ist für mich eine seltsame Motivation.“

Die Fans diskutierten daraufhin kontrovers. Von großer Zustimmung für Mayrhofer bis hin zu Unverständnis („Komödienstadl“) über den neuerlichen Eintrag war alles dabei.

 

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