TSV 1860 Löwen: Lust auf Partytour 2013

Jubel, Truble, Vallori: Der spanische Löwe trifft zum 2:0 in Frankfurt. Foto: dpa

„So eine Feier wollen wir auch bei uns”, sagt Necat Aygün über die Stimmung in Frankfurt. Die Vorraussetzung dafür: der Aufstieg 2013

 

MÜNCHEN Necat Aygün steht auf diesen Film. Zwar ist der Löwen-Verteidiger selbst schon lange mit seiner Patricia zusammen, und doch mag er den Streifen die „Hochzeits-Crasher”, in dem Owen Wilson und Vince Vaughn von Hochzeit zu Hochzeit ziehen, um dort die besten Singlefrauen abzuschleppen. „Genauso wie die das mit den Frauen machen, machen wir das mit den Punkten. Wir sind die Party-Crasher. Wir haben unseren Ruf bestätigt”, sagte Aygün nach dem starken 2:0 der Löwen bei der Aufstiegsfete von Eintracht Frankfurt; im vergangenem Jahr hatten sich die Sechzger bei der Aufstiegsparty von Hertha BSC beim 2:1 die Punkte mitgenommen. Doch so schön der Punkteklau bei diesen großen Jubelfesten auch war, jetzt sagt Aygün: „Es reicht.”

Denn wenn die Löwen von dieser fulminanten und grenzenlos euphorischen Atmosphäre in Frankfurt eins gelernt haben, dann das: Nachmachen! Also erklärte Mittelfeldmann Maximilian Nicu treffend: „Wenn man gesehen hat, wie stolz die Leute auf ihr Team sind, wie erleichtert die sind, dass der Aufstieg geklappt hat, dann muss man sich das zum Vorbild nehmen. Wir wollen auch eine Situation schaffen, in der unsere Fans alles für uns mobilisieren.”

Dazu müssten sie nächste Saison nur aufsteigen. Aygün: „Das ist doch ganz klar: So eine Feier wollen wir auch, und zwar bei uns daheim. In Frankfurt hatte man doch sogar schon als Gast eine Gänsehaut, da will ich gar nicht wissen, was erst abgeht, wenn wir das zu Hause haben. Die Löwen-Fans könnten das sogar noch toppen. Die Frankfurter sind schon frenetisch, aber das können die Löwen noch besser.” Aygün weiter: „Wir hätten eigentlich eine Kamera aufstellen sollen, und die Bilder müssten wir uns dann zur Motivation immer wieder anschauen.” Gesagt, getan. Zwar nahm Aygün die Party der Fans nicht selbst auf, später aber ließ er sich ein Video davon schicken, wie die Eintracht-Anhänger in gut 20 Meter großen Buchstaben beim Einlaufen der Mannschaften den Klassikerspruch „Nie mehr 2. Liga” hochhielten. Aygün: „Das muss auch unser Motto werden. Ich will nicht mehr auf die Party der anderen fahren. Ich will eine eigene machen.”

Doch dazu wäre von den Löwen erst mal ein klares Bekenntnis vonnöten, was man eigentlich in der kommenden Saison erreichen will. Die laufende Runde können die Giesinger mit einem Sieg am letzten Spieltag gegen Aachen schon mit 60 Punkten beenden, „das wäre schon eine geile Zahl", sagte Nicu. Doch selbst wenn Trainer Reiner Maurer offen davon spricht, im kommenden Jahr eine weitere Verbesserung anzustreben, heißt also, mehr als 60 Punkte anzupeilen, die Bundesligarückkehr will der Allgäuer als Ziel nicht formulieren. Maurer findet, dass es wegen des großen und daher komplizierten Personalwechsels im Sommer, wenn die Leistungsträger Volland, Aigner, Rukavina und wohl auch Rakic den Club verlassen, ziemlich blauäugig wäre, mit großen Sprüchen in die neue Saison zu gehen. Maurer erklärte: „Wir müssen in kleinen Schritten denken. Vor einem Jahr waren wir so gut wie tot. Heute sind wir in einer Situation, in der wir über den Aufstieg reden könnten. Das ist schon mal sehr beachtenswert. Dass wir an 60 Punkte denken können, war nicht zu erwarten. Das ist top.”

Wie auch immer: Ob die Sechzger nun den Aufstieg angehen oder nicht, „nächstes Jahr wollen wir keine Partygäste mehr sein”, sagte Aygün. Sondern am liebsten Veranstalter. Und da 1860 den Aufstieg lieber nicht als Ziel ausgibt, heißt es folglich: Die besten Partys sind eh die spontanen. 

 

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